DOKUMENTATION VISCHER-SEP

Pädagogische Konferenz am 17.Februar 1993
"Jugend und Schule heute"  

Das Tagungsprogramm
In einer ganztägigen Fortbildungsveranstaltung ist das Lehrerkollegium der Peter-Vischer-Schule den Fragen zur veränderten Situation von Jugend und Schule nach folgendem Programm nachgegangen:
 1. Einführendes Referat: Jugend heute (Dr. Wolfgang Gaiser, München) 
 2. Plenum: Die Schülerschaft an der PVS 

3. Arbeitsgruppen: I. Veränderte Jugend  - Pädagogische Herausforde-rungen zur Erneuerung von Schule und Unterricht (Dr. Eckart)
II. Strategie zur Vermeidung und Lösung von Konflik-ten (Diez)
III. Interkulturelle Erziehung an der PVS (Hümmer)
IV. Hilfe und Unterstützung von Institutionen außer-halb der Schule für die Erziehung (Gerhard)
V. Vorbildfunktion und soziale Erziehung in der Schu-le (Schaefer)
VI. Mut zur Autorität? - Zurück zu den Sekundärtu-genden? (Pilhofer)

4. Plenum: Berichte aus den Gruppen und Diskussion der Berichte

 

DOKUMENT 2                 „Wozu will und soll die PVS erziehen?“
Klausurtagung unter Einbeziehung von Elternbeirat und SMV vom 9.März 1994 : 

Nach intensiver Diskussion formulierte das Lehrerkollegium unter Beteiligung des Elternbei-rats als wichtigste Erziehungsziele der PVS:
1. Toleranz
2. Soziale Verantwortung und Rücksichtnahme (was auch die Vermittlung von Sekundärtu-genden und von Pflichtbewusstsein einschließt)
3. Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, eigenständig und verantwortlich zu handeln, sowie im Team zu arbeiten
4. Positive Grundhaltung zu Leben
5. Zivilcourage
6. Kreativität und Phantasie

Entscheidend und überaus wichtig war der Beitrag, den die Schülergruppe für die Fortbil-dungsveranstaltung geleistet hat. Ihre Aufgeschlossenheit und ihr Engagement hatte ihr auch bei der Lehrerschaft große Anerkennung verschafft. Die Schülergruppe hatte sich folgende Erziehungsziele als wichtig formuliert:
• Zivilcourage
• Selbstständigkeit
• Teamgeist und Kommunikationsbereitschaft
 
• Toleranz (Lehrer als Vorbild, Kompromissbereitschaft)
• Basiswissen
• Chancengleichheit (freundliches Miteinander, jeder kommt zu Wort, jeder kommt dran, freundliche Gepsrächsatmospäre)
• Selbstbewusstsein. 

 DOKUMENT 5
Kontrakt zwischen PVS und PI für die Jahre 2001 bis 2003

Die Peter-Vischer-Schule setzt die im Schuljahr 1997/98 begonnene Schulentwicklung in den Schul-jahren 2001/2002 und 2002/2003 fort. Wie in der Vergangenheit arbeitet die PVS dabei eng mit dem PI zusammen. 
Grundlage für die Zusammenarbeit PVS-PI ist der am 30.07.97 gefasste Beschluss der Lehrerkonfe-renz, ab dem Schuljahr 1997/98 mit dem Projekt zur Schulentwicklung zu beginnen, sowie die am 28.07.1999 und am 17.07.2001 gefassten Beschlüsse, das Projekt jeweils um zwei Jahre zu verlängern.

1. Zweck:
Das PI unterstützt Kollegium und Schulleitung im Projekt „VISCHER-SEP“. Ziel des Projekts ist die Sicherung und Weiterentwicklung der Schulqualität, wobei als zentrales Handlungsfeld die Ver-besserung der Unterrichtsqualität gesehen wird. Angestrebt wird eine kontinuierliche Vergrößerung des Anteils schülerzentrierten Unterrichts am Gesamtunterricht der PVS. Die Kooperation PVS – PI gewährleistet eine enge Verzahnung mit dem SCHILF-Konzept des PI und ermöglicht eine Vernet-zung mit den übrigen städtischen Schulen. Die Zusammenarbeit umfasst in erster Linie die konkreten SCHILF-Maßnahmen, aber auch die Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung des schuleige-nen Fortbildungs-Programms. Zu diesem Zweck bietet das PI auch interne und externe Hilfen zur Eva-luation an.

2. Teamstruktur der PVS:
Die Struktur der am SEP beteiligten Gruppen wird grundsätzlich beibehalten: Neben den Klassen-teams und den Fachschaften gibt es ein „offenes SEP-Angebot“. Auf der Ebene der Klassenteams wird die Teamarbeit intensiviert und auf weitere Klassen bzw. Jahrgänge ausgeweitet. Die Fachschaf-ten erhalten weiterhin die Möglichkeit, pro Schuljahr eine ganztägige Fortbildung zu gestalten. Die Koordinierungsgruppe setzt sich offen zusammen. Sie benennt feste Ansprechpartner und hält Kontakt zum PI und lädt es zu ihren Sitzungen ein. 

3. Fortbildungsprogramm und SEP – Weiterentwicklung im Vertragszeitraum:
a) Folgende Fortbildungsfelder werden in den kommenden zwei Jahren bearbeitet:
• Auffrischung und Sicherung der schülerzentrierten Arbeitsmethoden
• Basisangebote für Neueinsteiger
 
• Kommunikationstraining für Lehrer  
• Grundkurs in Montessori-Pädagogik 
b) Begleitende Maßnahmen sollen sein:
•  Aktive Einbeziehung der Schülerschaft (z.B. SMV) in die Weiterentwicklung des SEP
• Einbeziehung der Eltern
• Einbeziehung von Betrieben
• Evaluation 
• Sammlung von bewährten Unterrichtskonzepten, die im Kollegenkreis bereits aus-probiert wurden. 

4. Leistungen des PI:
Das PI unterstützt dieses Schulentwicklungsprojekt durch die Vermittlung bzw. Bereitstellung von geeigneten Referentinnen und Referenten. Das PI gewährleistet die kontinuierliche Begleitung durch feste Ansprechpartner, die auch für die Moderation von Team- und Gruppensitzungen zur Verfügung stehen.  Auch bei gezielten Anfragen der Schule bezüglich ausgewählter Referenten wird PI vermittelnd tätig.

5. Leistungen der Schule:
Die Schulleitung sichert ihre aktive Unterstützung und Mitarbeit beim SE-Prozess zu, ermittelt in Ab-sprache mit dem Kollegium bzw. der Koordinierungsgruppe den Fortbildungsbedarf, stellt Verbind-lichkeit der Absprachen her und sichert die Kontinuität der Zusammenarbeit. Schulleitung und Kolle-gium der PVS sagen zu, dass die Terminabsprachen rechtzeitig erfolgen und die mit den Referentin-nen und Referenten vereinbarten Termine eingehalten bzw. nur nach Rücksprache mit dem PI ge- ändert werden. Um die Akzeptanz im Kollegium, bei Eltern und Schülern kümmert sich die Schullei-tung und die Koordinierungsgruppe. 

6. Gemeinsame Arbeit:
Um die Unterstützung von außerhalb der Schule zu verbessern (Schulverwaltung, Politik, Wirtschaft etc.), werben PVS und PI gemeinsam in der Öffentlichkeit für dieses Projekt. Auch wird weiterhin versucht, dafür Sponsorengelder einzuwerben.

7. Kosten:
Das PI bietet seine schulinternen Fortbildungsleistungen und den Beratungsservice kostenfrei an. Auch externe Referenten werden vom PI im Rahmen seiner internen Honorarsätze bezuschusst. Dar-über hinaus gehende Kosten werden gedeckt durch SchG und PVS sowie eine zumutbare Eigenbetei-ligung der Lehrkräfte.

7. Sonstiges:
Pflicht zur gegenseitigen Information: Beide Partner verpflichten sich zu regelmäßigem Informations austausch und zur Abstimmung über alle projektrelevanten Fragen. Das schließt die beiderseitige Pflicht zum vertraulichen Umgang mit Informationen ein.
Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung bei der Durchführung dieses Projekts liegen im beider-seitigen Interesse. PVS und PI können deshalb beschließen, dass das Projekt begleitend evaluiert wird.
Nürnberg, den  01.10.01

gez. Dr. Eckart         gez. Dr. Franze
____________________ ___________________
Pädagogisches Institut Peter-Vischer-Schule
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Das VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekt

Gliederung
1. Wie alles begonnen hat
2. Unterrichtsentwicklung:  Klassenteams Schulteam  Fachschaftsteams
3. Vom Methodentraining zur Schulentwicklung
4. Die Ausdehnung der Schulentwicklung auf die Organisationsentwicklung
5. Erfolge der PVS
6. Ausblick
DOKUMENTATION

Wie alles begonnen hat
Dass die ältere Generation die nachwachsende Jugend für anders, manchmal auch für "schlechter" hält, ist über alle Geschichtsepochen hinweg mit Zitaten berühmter Zeitgenossen belegbar. Vielleicht war aber die Diskussion über das Verhalten der Jugendlichen Ende der 80er Jahre deswegen etwas anders, weil zu dieses Zeit der Wertewandel, der durch die sog. 68er Revolution bewirkt worden war, besonders spürbar wurde. Der wesentliche Unterschied zwischen den Jugendlichen von heute und den früherer Generationen liegt darin, dass Jugend keine bloße Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsensein ist, sondern ein eigener Lebensabschnitt. Genau mit dieser Thematik befasste sich unsere ganztägige pädagogische Konferenz am 17. Februar 1993. (vgl. Dokument 1.)  Dazu hatten wir als Referenten Dr. Wolf-gang Gaiser vom Deutschen Jugendinstitut München eingeladen, der uns die veränderte Situa-tion von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft deutlich machte. Das war der Ausgangspunkt für eine nun einsetzende rege Diskussion, in deren Mittelpunkt die Frage stand, wie muss der Unterricht verändert werden, um die Lern- und Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu steigern. 

Ein Jahr später wurde das Thema unter Einbeziehung von Elternbeirat und SMV unter der Fragestellung „Wozu will und soll die PVS erziehen?“ weiter vertieft. In einer ganztägigen Klausurtagung (9. März 1994) formulierten unter der Moderation von Klaus Wenzel die Schüler/innen auf der einen Seite sowie Lehrerschaft und Elternbeirat auf der anderen Seite die von der Schule angestrebten Erziehungsziele (vgl. Dokument 2).

Schon Ende des Schuljahres setzte die Überlegung ein, in Zukunft den neu in das Gymnasium und in die Realschule eintretenden Schülerinnen und Schüler in ihrem ersten Schuljahr in ei-nem speziellen Methodentraining grundlegende Arbeits- und Lerntechniken beizubringen. Dabei leistete uns das Pädagogische Institut (PI) der Stadt Nürnberg entscheidende Hilfe-stellung. Es machte uns mit den Reformansätzen von Heinz Klippert bekannt. Sein Ziel, die Schüler zum Eigenverantwortliches Arbeiten ( = EVA) hinzuführen, war so überzeugend, dass sich in der Folge ein kleiner Kreis von interessierten Kolleginnen und Kollegen außer-halb des Unterrichts mit dieser Thematik befasste und intensiv methodische Fragen diskutier-te. Am Ende des Schuljahres stand dann das Programm fest, mit dem im kommenden Schul-jahr die neu in die 5. Jahrgangsstufe eintretenden Schülerinnen und Schüler konfrontiert wer-den sollten. Damit war die Idee zur Unterrichtsentwicklung über Klassenteams oder - wie es fortan als Schlagwort verwendet wurde - zum Methodentraining geboren. 

 
Unterrichtsentwicklung:  Klassenteams Schulteam  Fachschaftsteams 

Mit Hilfe des PI gelang es, Heinz Klippert für eine gezielte Fortbildung zu gewinnen.Es wur-de ein Wochenendseminar angeboten, das vom 17. bis 18. März 1995 in Vorra stattfand. Über 30 Lehrkräfte nahmen freiwillig daran teil. Die Resonanz war überaus positiv und verstärkte den eingeschlagenen Weg. 
Im Oktober 1995 konstituierte sich ein "Schulteam" zur weiteren Planung und Organisation der schulinternen Lehrerfortbildung ("SCHILF") und im Dezember nahm erstmals eine Fach-schaft geschlossen an einer ganztägigen Fortbildung zum Thema handlungsorientierter Unter-richt teil. Die Mathematiker beider Schularten entwickelten in der Folge eigene Initiativen, informierten sich an anderen Schulen und erstellten eigene Unterrichtsmaterialien, die sie in einem ("Spiele-")Koffer sammelten und in den Unterricht mitnahmen. Natürlich werden diese Materialien nicht andauernd und in jeder Stunde eingesetzt. Nach wie vor hat auch der Frontalunterricht einen wichtigen Stellenwert. Aber gerade in Randstunden am Ende eines Vormittags, wenn die Konzentration nachlässt, bietet sich an, den Schüler durch eigenverant-wortliche Beschäftigung noch einmal zu aktivieren, und auf der anderen Seite den Lehrer in seiner zentrale Rolle vor der Klasse zu entlasten.

Materialien, mit denen Schüler eigenverantwortlich arbeiten, gab es zum damaligen Zeitpunkt noch kaum. Deswegen organisierte das Schulteam auch im März 1996 einen schulinternen "Methoden-Basar", in dem einzelne Lehrkräfte gelungene Unterrichtsprojekte vorstellten und austauschten. Aus dieser Idee heraus hat sich über die Schule hinausgreifend die Mathe-matik-Börse entwickelt, die seit 1998 jährlich von der PVS für die Lehrkräfte aller wei-terführenden Schulen in Mittelfranken in Zusammenarbeit mit dem PI und den beiden Mi-nisterialbeauftragten (Gymnasien, Realschulen) angeboten wird. 
Die Methodikwoche im Schullandheim Tannenlohe wurde in einem kritischen Feedback einer eingehenden Überprüfung unterzogen und das Konzept auf Grund der gewonnenen Er-fahrungen etwas umgestellt. In zwei Klausurtagungen wurde im Dezember 1996 die inhaltli-che Ausgestaltung des sog. „Methodentrainings“ festgelegt und grundsätzlich festgeschrie-ben . Als zentrale Elemente haben sich seitdem erwiesen:
• das gemeinsame Frühstück 
• die Einbeziehung des Fachunterrichts in die Methodikwoche (Wechsel von Fachlehrer und Klassenteam während der ersten Schulwoche)
• Aufteilung des Methodentrainings in einen Grundlagenteil zu Beginn des Schuljahres und einen Übungsteil, der in fachübergreifenden Lerneinheiten auf das gesamte Schuljahr verteilt wird
• Entlastung der Klassenleiter durch die beiden anderen Teamkollegen und das Anlegen einer besonderen Klassenleitermappe in DIN A 4, in der alle Mitteilungen an die Eltern eingeheftet werden
 
• besondere Vorgaben für Sitzordnung, Gruppenarbeit und spezifisches Sozialtraining (als vertrauensbildende Maßnahme unverzichtbar)
Seitdem wird alljährlich am Ende eines Schuljahres eine Klausurtagung für die künftigen Klassenteams zur Vorbereitung des Methodentrainings in den Eingangsklassen durchgeführt. Sie findet außerhalb der Schule statt und wird von Mitgliedern der Koordinierungsgruppe moderiert (Angelika Breitfeld-Grosser, Peter Gerhard, Dieter Schaefer, Barbara Sy, Reane Strübing, Christiane Wagner). Zum Halbjahr treffen sich die Klassenteams noch einmal zu einer Feedback-Tagung. Für die Eingangsklassen steht zudem ein Leitfaden   ("Lernen am Gymnasium") zur Verfügung, der 1998/98 von den Mitgliedern der Koordinierungsgruppe erarbeitet worden ist.

Vom Methodentraining zur Schulentwicklung
Im September 1996 stellte Dr. Heinz Klippert in einer pädagogischen Konferenz sein Ge-samtkonzept einer pädagogischen Schulentwicklung vor. Fast die Hälfte des Lehrerkollegi-ums meldete sich freiwillig zur Teilnahme an der Fortbildung, die auf zwei Jahre projektiert war. Aus finanziellen Gründen wurde aber nicht das volle Kursprogramm übernommen, son-dern in Zusammenarbeit von Schulleitung, Schulteam und PI eine veränderte Version entwi-ckelt. Danach sollte Dr. Klippert nur zu speziellen Themen in die Schule eingeladen werden, das übrige Programm aber von Moderatoren übernommen werden, die das PI selbst ausbilden wollte. Am Ende des Schuljahres 1996/97 stand das Konzept endgültig fest: In der Schluss-konferenz wurde es durch einen offiziellen Beschluss des Lehrerkollegiums und einer dar-auf fußenden Vereinbarung mit dem Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg abgeseg-net: Das VISCHER-Schul-Entwicklungs-Projekt (VISCHER-SEP) war geboren. Der Schritt ist dem Lehrerkollegium nicht leicht gefallen. Das Pro und Contra wurde heftig diskutiert. Dem Personalrat ging es vor allem darum, dass den Kollegen, die dem pädagogisches Konzept skeptisch gegenüberstanden, keine Nachteile entstanden. Deswegen wurde ausdrück-lich vereinbart, dass die gesamte schulinterne Fortbildung ausschließlich auf freiwilliger Basis stattfinden sollte. Keine Kollegin und kein Kollege sollte gezwungen werden, an einem der folgenden drei Fortbildungsbereiche teilzunehmen:
• Fortbildung für Klassenteams (5. bzw. 6. Jahrgangsstufe GYM und 7. Jahrgangsstufe RS): Angebot von zwei anderthalbtägigen Tagungen im Schuljahr 1997/98 zu den The-men Gruppenarbeit und Methodentraining.
• Fortbildung für Fachgruppen (Fachschaftsteam): Angebot für eine ganztägige Fortbil-dung pro Schuljahr zum Thema "Eigenverantwortliches Arbeiten" 
• 2 1/2tägige Fortbildung pro Schuljahr im fächerübergreifenden Schulteam für 25 bis maximal 30 Lehrkräfte zum Thema "Arbeitstechniken und –methoden“ 
Zusätzlich wurde auf Bitten des Personalrats in der Schlusskonferenz noch ein "Belastungs-minimierungsprogramm" vorgelegt. Mit 78 gegen 15 Stimmen wurde schließlich am 30.07.1997 der Beschluss gefasst, das VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekt auf zunächst zwei Jahre befristet durchzuführen. 

Vom 16. bis 18. Oktober 1997 fand am PI die erste Fortbildung des fächerübergreifenden Schulteams unter der Leitung von Frau Angelika Laumer aus München zum Thema "Moder-ne Arbeitstechniken" statt. Am Ende dieser Veranstaltung wurde den Teilnehmern klar, dass zur weiteren Planung und Organisation des VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekts ein eige-nes Gremium notwendig war. Es rekrutierte sich ohne formale Wahlen aus dem Mitglieder-kreis des Schulteams und nannte sich ganz bewusst Koordinierungsgruppe und nicht „Steu-ergruppe“, um von vornherein jeden Verdacht zu vermeiden, ein neues "Führungsorgan" len-ke in Absprache mit dem Direktorat das Leben in der Schule. Auch wenn in der Folge immer wieder Diskussionen über eine offiziell vom Lehrerkollegium zu wählende "Steuergruppe" geführt wurden (wie es in der einschlägigen Literatur als unverzichtbare für jede schulische Innovation vorausgesetzt wird), hat die Koordinierungsgruppe sowohl an ihrer Bezeichnung als auch an der prinzipiell freiwilligen Mitgliedschaft und stets allen Lehrkräften zugängli-chen Sitzungen festgehalten. Ebenso unproblematisch ist die gleichberechtigte Zusammenar-beit von Lehrkräften aus unseren beiden Schularten. Das Fortbildungsangebot richtet sich grundsätzlich an alle Lehrkräfte aus Gymnasium und Realschule, auch wenn bei gemeinsa-men Veranstaltungen aus inhaltlichen Gründen phasenweise eine interne Trennung stattfindet. 
Im Januar 1999 wurde die Peter-Vischer-Schule in das knapp 400 Schulen umfassende  
"Netzwerk innovativer Schulen in Deutschland" aufgenommen und das bayerische Fern-sehen berichtete im Rahmen seiner "Reportage am Sonntag" unter dem Titel "Frühlingsgefüh-le im Lehrkörper" über das VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekt. Neben der schulinternen Lehrerfortbildung hatten sich nämliche noch weitere Aktivitäten entwickelt, die das Schulle-ben und -klima positiv beeinflussten und prägten: 

 
• Paten/Tutoren zur Betreuung der Ein-gangsklassen (ab 2000: "Tutorenzerti-fikat")
• Zwei Theatergruppen
• Filmclub (seit 1988)
• Pausen- und Ordnungsdienst
• AG Umweltschutz (seit 1989)
• Schülercaféteria (seit 1991)
• Europa-Zertifikat (seit 1993)
• Techno-Projekt (1994 - 2001, ab 2001/2002: Multimedia-Zertifikat) 
• Schulsanitätsdienst (1994)
• Rockbands, später (seit 1994) Big Band 
• PVS-Basketballverein (1994) 
• Zwei Chöre (seit 1996)
• Mediatoren (seit 1998) 
 


Für das Lehrerkollegium bedurfte es deswegen keiner großen Diskussion mehr, als es am 20. Juli 1999 um eine Verlängerung des VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekts um weitere zwei Jahre ging. Der Beschluss fiel einstimmig. Die einzige Änderung gegenüber 1997 be-stand darin, dass das "Schulteam" zur "SEP-Gruppe" umgebildet wurde, die allen Kollegin-nen und Kollegen offen stand, die entweder neu einsteigen oder aber ihre Methodenkompe-tenz auffrischen wollten. Zudem wurde die Einrichtung der Koordinierungsgruppe zur Pla-nung und Organisation der Schulinnovation erstmals formal bestätigt. Seit dem Schuljahr 1999/2000 haben sich innerhalb der Koordinierungsgruppe drei Untergruppen gebildet (am 14.03.2000), die für folgende Themen zuständig sind: 
 Methodentraining/Teambildung/Unterrichtsentwicklung 
 Organisationsentwicklung/EFQM 
 Schulprofil
Die Untergruppen tagen eigenständig, berichten aber jeweils in den Vollsitzungen der Koor-dinierungsgruppe über ihre Arbeit. 


Die Ausdehnung der Schulentwicklung auf die Organisationsentwicklung
Im Schuljahr 1997/98 wurde uns Frau Monika Paul als Schulsozialpädagogin zugewiesen. Der Gewinn für die Schule war unschätzbar. In vielen Fällen, die sonst beim Jugendamt lan-den oder aber mit größeren disziplinarischen Maßnahmen zu ahnden wären, kann sie helfend eingreifen. Zum anderen konnte mit ihr zusammen ab dem Schuljahr 1999/2000 eine Nach-mittagsbetreuung aufgebaut werden, die sonst nicht möglich gewesen wäre. Da in unserer Schule auch noch ein sog. „Kulturladen“ untergebracht ist und unsere Schulbibliothek in die Stadtbibliothek integriert werden konnte, war es uns möglich, durch die Zusammenfüh-rung dieser drei Einrichtungen und unter Inanspruchnahme von Lehrkräften und älteren Schü-lern diese Nachmittagsbetreuung aufzubauen und zu organisieren. In den ersten beiden Schuljahren (1999/2000 und 2000/2001) wurde sie von jeweils über achtzig Kindern aus der 5. bis 7. Jahrgangsstufe (kostenlos!) besucht. Durch die Inanspruchnahme staatlicher Zu-schüsse konnte ab dem Schuljahr 2001/02 die Nachmittagsbetreuung ausgebaut werden. Es wurde eine Erzieherin angestellt, die von 12:00 bis 15:30 Uhr (freitags bis 13:00 Uhr) im Kul-turladen zur Verfügung steht und sich um die Kinder vor Beginn und Ende der Hausaufga-benbetreuung kümmert.
Seit einigen  Jahren ist unsere Schulbibliothek an die Stadtbibliothek angeschlossen. Da-durch wird sie von professionellen Fachkräften betreut und zum anderen ist es durch die Ver-netzung möglich, von der Schule aus auf die Bestände der gesamten Stadtbibliothek zuzugrei-fen. Im Schuljahr 2000/2001 haben wir der Schulbibliothek durch den Ausbau eines Keller-raumes ein Internetcafé mit neun Arbeitsplätzen angegliedert. Stadtbibliothek und Kulturla-den ergänzen hervorragend das Unterrichtsangebot durch zusätzliche kulturelle Veranstaltun-gen, wie Autorenlesungen, Filme, Diskussionen in Form von Abendveranstaltungen. So wur-de z.B. 2000 zusammen mit dem Kulturladen ein schulinterner Lyrik-Wettbewerb durchge-führt. Die eingereichten Arbeiten wurden unter Beteiligung des fränkischen Autors Fitzgerald Kusz vorgestellt und in der Cafeteria ausgestellt. 


Im Schuljahr 1999/2000 fielen zwei weitere wichtige Entscheidungen: Zum einen wurde die PVS vom Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung (ISB) in Mittelfranken als  
eine von zehn sog. "Pilotschulen für Schulentwicklung am Gymnasium in  
Bayern nach dem EFQM-Modell" ausgewählt. EFQM steht für „European Foundation for Quality Management“. Ziel dieses Versuchs ist es, die Kriterien für die Qualitätssicherung aus dem Bereich der Wirtschaft auf die Schule zu übertragen. Wir versuchen durch Befragen von Schülern, Eltern und Lehrkräften die Ergebnisse unserer inneren Schulreform abzusichern und ständig zu verbessern. Einen Teil dieser Umfrage-Ergebnisse haben wir auf der Homepage unserer Schule unter dem Stichwort „Schulentwicklung – EFQM“ veröffentlicht.

Als EFQM-Pilotschule haben wir uns ganz bewusst dem ISB zur Verfügung gestellt, weil dieses Projekt sich gut in den Schulentwicklungsprozess integrieren lässt. Grundlage der Eva-luation sind Feedback-Fragebogen. Für die Unterrichtsentwicklung stehen folgende Frage-bögen zur Verfügung:
 Befragung der 5., 6. und 7.Klassen des Gymnasiums am Ende eines Jahres zu Unterricht, schulischen Einrichtungen, Schulklima (vgl. Dokument 3)
 Befragung der Eltern der Schüler/innen in der 5. und 7. Jahrgangsstufe Gymnasium zu Unterricht, Schulerfolg, Schulveranstaltungen, Schulklima, Wünsche der Eltern nach Fortbildungsveranstaltungen
 Den ersten Jahrgang, den wir in der 5. Jahrgansstufe befragt haben, wollen wir jährlich bis zum Abitur begleiten. Ziel dieser Langzeitbefragung ist es, zu beobachten, wie und wann sich eventuell die Einstellung zu Unterricht und Schule verändert 
 Fragebogen zum Unterricht: Um den Termin des Zwischenzeugnis befragt der Lehrer seine Klasse zu seinem Unterricht im 1. Halbjahr, wertet das Ergebnis aus und bespricht es mit der Klasse. 
 Fragebogen zur Evaluierung der Gruppenarbeit in der Klasse

Die zweite wichtige Entscheidung war die Beteiligung der PVS am Schulversuch "Achtjäh-riges Gymnasium". In Zukunft haben die Kinder bei der Anmeldung an der PVS somit drei Einstiegsmöglichkeiten: Eintritt
• in das neunjährige Gymnasium
• in das achtjährige Gymnasium
• in die sechsstufige Realschule 
Da intern ein Wechsel innerhalb der drei Schulformen unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, steht den Eltern mit der PVS über das spezifische Profil auch organisatorisch ein überaus interessantes Modell einer weiterführenden Schule zur Verfügung: Die Kindern ha-ben vielfältige Möglichkeiten zur individuellen Entwicklung und Förderung. 

Die vielfältigen Aktivitäten und Projekte bereichern das schulische Leben auf sehr lebendige Weise. Allerdings ist es unabdingbar, dass sie miteinander vernetzt und sich gegenseitig be-wusst gemacht werden müssen, um sie im Sinne eines Gesamtkonzeptes „Schulinnovation“ effektiv nutzen zu können. Das unterstreicht die Bedeutung der sog. „Koordinierungsgrup-pe“, die zahlenmäßig größer ist, als in der Literatur empfohlen wird und nicht für einen be-stimmten Zeitraum gewählt ist. Sie versteht sich vielmehr als ein allen Lehrkräften offen ste-hendes Gremium, das stets alle Sitzungen und Treffen bekannt macht und Interessierte immer willkommen heißt. Überaus positiv hat sich die Einbeziehung des Pädagogischen Instituts der Stadt Nürnberg ausgewirkt. In der Regel nimmt an allen Sitzungen ein Vertreter des PI teil und gibt dort fachliche Unterstützung, wo es notwendig wird.


Erfolge der PVS
Am Schulinnovationskongress in Augsburg im April 2000 war die PVS mit vier Beiträgen vertreten:
• Blickpunkt war ein Marktstand der PVS gleich am Eingang zur Kongresshalle: eine mo-dern gestaltete Präsentation über die schulinterne Lehrerfortbildung, das VISCHER-Schulentwicklungsprojekt und das eigenverantwortliche Arbeiten an der PVS (gestaltet von Hannelore Wegener, Christiane Wagner und Barbara Sy).
• Das Lehrerkabarett der PVS, die "Gerontocrats", nahm das Thema des Kongresses unter dem Titel "Die Präsentation" kritisch-amüsant auf die Schippe und erhielt stürmischen Applaus.
• Dr. Manfred Franze stellte in einem Workshop das Schulentwicklungsprojekt der PVS dar. 
• Reane Strübing, die mit ihren Ideen die Planung des Kongress entscheidend mitgestaltet hatte, moderierte das Abschlussgespräch zwischen Kultusministerin und Schülern.

Regionalkongress Schulinnovation 2000
Die PVS war mit einem Ausstellungstand (Gestaltung Peter Gerhard, Dieter Schaefer)zu den Themen Evaluation, Pädagogischer Tag und Schulentwicklung vertreten. Dabei stieß der Fra-gebogen, mit dem der Lehrer ein Feedback über seinen Unterricht abruft, auf überaus großes Interesse. Wegen der großen Nachfrage haben wir den Fragebogen zusammen mit einer An-leitung zum Einsatz in die Homepage unserer Schule eingestellt (unter Schulentwicklung – EFQM). Mittlerweile haben unsere Fragebogen insgesamt Eingang in die Mustersammlung des Kultusministeriums gefunden, das zu diesem Thema zusätzlich in seiner "Elternzeit-schrift" (Nr.3/01, S.14 - 16) ausdrücklich auf unsere Homepage verweist. Zuvor war bereits im "Lehrer-Info" (Nr. 3 - Mai 2001 S. 9)unter der Rubrik "Beispiele guter Praxis" und dem Titel "Vorbereitung auf Europa" das Schulentwicklungsprojekt der Peter-Vischer-Schule vor-gestellt worden. 

Auf musikalischem Gebiet war die PVS im Schuljahr 1999/2000 auch mit ihrer Jazz-Rock-Band „The Vishermen“ auf der "1. Musischen Biennale" in Bamberg erfolgreich, ebenso wie die Umweltschutzgruppe, die 1999 den Umweltschutzpreis der Stadt Nürnberg erhalten hat. Mit der Auszeichnung wurden die jahrelangen Bemühungen um Energieeinsparung, Wertstoffsammlung und Ökologie-Aktionen unserer Umweltschutzgruppe unter der Leitung von Robert Jahreiß gewürdigt.  

T-Cl‎@‎ss-room
Am 10. Januar 2001 fand in Anwesenheit der bayerischen Kultusministerin, des Telekom-Vorstandsmitglied Josef Brauner und von Frau Bürgermeisterin Jungkunz  die Übergabe des sog. „T-Cl‎@‎ss-room“statt, den die Deutsche Telekom der Peter-Vischer-Schule als erster bayerischer Schule gestiftet hat. Frau Hohlmeier würdigte in ihrer Ansprache insbesondere die Leistungen der PVS bei der inneren Schulreform. Hier habe PVS "die Nase vorn", weil sie dank einer "engagierten Schulleitung, eines tatkräftigen Kollegiums und einer aufge-schlossenen Schülerschaft" sich bereits 1993 auf den Weg gemacht habe. Anerkennung ver-diene die PVS auch deswegen, weil sie nicht nur innovativ ist, sondern "auf Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung" achte. Fazit der Kultusministerin: "Die Peter-Vischer-Schule leistet einen wertvollen Beitrag, um die Qualität und den Erfolg in Bayerns Schulen zu si-chern!"

ISI - Wettbewerb
Den bisherigen Höhepunkt unseres Bemühens bildete schließlich der 1. Preis im ISI - Wett-bewerb (Innere Schulentwicklung Innovationspreis) des „Bildungspaktes Bayern“, eines Gemeinschaftsprojektes des Kultusministeriums und der bayrischen Wirtschaft. Im Beisein des Fernsehens und prominenter „Paten“ wie Rosi Mittermeier wurde einer Delegation der PVS (Herr Dr. Franze, Frau Breitfeld - Grosser, Herr Hager, Frau Spies, Herr Schaefer, Frau Wagner, Frau Werzinger vom Elternbeirat und die Schülersprecherin Marcia Mirgel) am 18.1.2002 in München dieser Preis (3000 € ) überreicht. (vgl. Dokument 4)

Das Verdienst gilt vor allem den Kolleginnen und Kollegen! Von ihrer Motivation und Einsatzbereitschaft hängt entscheidend das Gelingen der Schulentwicklung ab, weil ihr zu-sätzliches Engagement nicht durch Anrechnungsstunden oder finanzielle Leistungen honoriert werden kann. Wichtigste Ressource ist also die Arbeitskraft der Kolleginnen und Kollegen, die sie freiwillig in den Dienst von Schule und Unterricht stellen. Deswegen muss das Prinzip der Freiwilligkeit auch sehr konsequent bei allen Maßnahmen und Projekten eingehalten wer-den. Materiell haben wir von unserer Partnerfirma Siemens und der Stadt Nürnberg Unterstützung erfahren. Projektpartner bei der Schulentwicklung aber ist vor allem das Pädagogische Institut der Stadt Nürnberg (PI). Ohne dessen Hilfe wäre eine Ver-wirklichung von VISCHER-SEP gar nicht möglich gewesen. An den Plenarsitzungen der Ko-ordinierungsgruppe nimmt jeweils ein Vertreter des PI teil. Eine Reihe von Fortbildungen war nur möglich, weil das PI entsprechende Referenten vermittelt oder selbst aktiv geworden ist.

Ausblick
Ende des Schuljahres 2000/2001 hat das Lehrerkollegium am 17.07.2001 bei einer Gegen-stimme beschlossen, das VISCHER-SEP für weitere zwei Jahre fortzusetzen und parallel dazu nach längerer Diskussion auch wieder eine Kooperationsvereinbarung mit dem PI abgeschlos-sen (vgl. Dokument 5).. Als Ziel wird darin formuliert, die Weiterentwicklung der Schulqualität zu sichern, "wobei als zentrales Handlungsfeld die Verbesserung der Unterrichtsqualität ge-sehen wird. Angestrebt wird eine kontinuierliche Vergrößerung des Anteils schülerzentrierten Unterrichts am Gesamtunterricht der PVS." 
Die Koordinierungsgruppe hatte zuvor bereits konkrete Vorhaben geplant und detaillierte Projekte für die nächsten zwei Schuljahre formuliert:

• „Offene“ Fortbildung zum Thema „Kommunikation“ für alle Lehrkräfte, die  
neu einsteigen oder eine Auffrischung ihrer Kenntnisse wünschen (bereits durchgeführt 
am 1. und 2. Oktober 2001 auf Schloss Hirschberg).
• Systematisierung des Erfahrungsaustauschs der Klassenteams in den Eingangsklassen des Gymnasiums, der sechsstufigen und der vierstufigen Realschule.
• Stärkere Einbeziehung der Eltern und Schüler in den Innovationsprozess.
• Fortführung des EFQM-Projekts: Auswertung der Ergebnisse der Befragung von Schü-lern, Eltern und Lehrkräften der 7. Jahrgangsstufe (Gymnasium) sowie der Schüler und Eltern der 5. Jahrgangsstufe der Realschule (bereits ausgeführt - Die Ergebnisse der Be-fragung wurden im Rahmen des Pädagogischen Tags am 21.11.2001 im Lehrerkollegium diskutiert.) Fortführung der Langzeituntersuchung. 
• Fortführung und Verbesserung von Fragebögen 
– zur Gruppenarbeit und  
- zum Feedback des Unterrichts zum Zwischenzeugnis: Den Lehrern wird ein Fragebo-gen zum internen Einsatz in ihren Klassen angeboten, mit dem sie die Schüler über ihren Unterricht im 1. Halbjahr abfragen. 
• Im Schuljahr 2000/2001 wurde neu ein sog. „Tutoren-Zertifikat“ eingeführt, das die Tutoren („Paten“) für die Betreuung unserer Eingangsschüler erhalten, wenn sie über die praktische Betreuung hinaus sich auch noch bestimmte theoretische Kenntnisse (Schul-profil, Kommunikationstheorie, Pädagogik) aneignen. In dieses Projekt sind auch die Schulsozialpädagogin und der im Schulhaus untergebrachte Kulturladen einbezogen. 
• Die Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen (Siemens, Stadtsparkasse, GfK) wird weiter fortgesetzt. Fachreferenten werden zu Vorträgen im Rahmen des neuen Faches „Europa-kunde“ oder in den Leistungskurs „Wirtschaft/Recht“ eingeladen. In Zusammenarbeit mit der Firma DATEV wurde ein eigenes Projekt zum Thema „Datenverarbeitung“ entwi-ckelt, das in diesem Schuljahr den Kollegiaten im Leistungskurs "Wirtschaft/Recht" als Ergänzungskurs  angeboten wird. Ab diesem Schuljahr wird Für die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe ein "Multimedia-Zertifikat" angeboten, das auf zwei Jahre ange-legt ist und vier Halbjahres-Themen (Video-, Audiotechnik, Computereinsatz) beinhaltet. Die Nachfrage der Schüler überstieg die vorhanden 16 Plätze um mehr als Doppelte.
• Mit Hilfe von Sponsoren kommen wir Stück für Stück dem Ziel näher, in jeden Unterrichtsraum unseres renovierten Westflügel mindestens einen Computer mit In-ternet-Anschluss zu stellen. 
 
• Da wir seit Jahren auch über einen funktionierenden Ordnungs- und Pausendienst ver-fügen, überlegen wir, wie wir ihn und den Arbeitskreis „Umweltschutz“, der u.a. auch die Altpapierentsorgung organisiert, offiziell in unser pädagogisches Konzept integrieren können. Erste Vorüberlegung sind bereits unternommen worden.  


VISCHER-SEP versteht sich nicht als ein Projekt, das zeitlich begrenzt ist, sondern als ein nach vorne offener Prozess zur Verbesserung von Schulqualität und Schulklima (vgl. Dokument 6). Dabei ist es notwendig, sich befristet konkrete Ziele zu setzen, ihre Umsetzung zu überprüfen und möglichst alle, die mit Schule zu tun haben - Schüler, Eltern und Lehrer - in den Entwick-lungsprozess einzubeziehen und zu beteiligen. 

 

DOKUMENTATION

DOKUMENT 1       Pädagogische Konferenz am 17.Februar 1993
"Jugend und Schule heute"  

 

Das Tagungsprogramm
In einer ganztägigen Fortbildungsveranstaltung ist das Lehrerkollegium der Peter-Vischer-Schule den Fragen zur veränderten Situation von Jugend und Schule nach folgendem Programm nachgegangen:
 1. Einführendes Referat: Jugend heute (Dr. Wolfgang Gaiser, München) 
 2. Plenum: Die Schülerschaft an der PVS (Filmszenen über das Verhalten
                                                                    in der Pause und Austausch von Beobachtungen, Meinungen, Vermu-
                                                                    tungen)

3. Arbeitsgruppen: I. Veränderte Jugend  - Pädagogische Herausforde-rungen zur Erneuerung von Schule und Unterricht (Dr. Eckart)
II. Strategie zur Vermeidung und Lösung von Konflik-ten (Diez)
III. Interkulturelle Erziehung an der PVS (Hümmer)
IV. Hilfe und Unterstützung von Institutionen außer-halb der Schule für die Erziehung (Gerhard)
V. Vorbildfunktion und soziale Erziehung in der Schu-le (Schaefer)
VI. Mut zur Autorität? - Zurück zu den Sekundärtu-genden? (Pilhofer)

4. Plenum: Berichte aus den Gruppen und Diskussion der Berichte

 

DOKUMENT 2                 „Wozu will und soll die PVS erziehen?“
Klausurtagung unter Einbeziehung von Elternbeirat und SMV vom 9.März 1994 : 

Nach intensiver Diskussion formulierte das Lehrerkollegium unter Beteiligung des Elternbei-rats als wichtigste Erziehungsziele der PVS:
1. Toleranz
2. Soziale Verantwortung und Rücksichtnahme (was auch die Vermittlung von Sekundärtu-genden und von Pflichtbewusstsein einschließt)
3. Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, eigenständig und verantwortlich zu handeln, sowie im Team zu arbeiten
4. Positive Grundhaltung zu Leben
5. Zivilcourage
6. Kreativität und Phantasie

Entscheidend und überaus wichtig war der Beitrag, den die Schülergruppe für die Fortbil-dungsveranstaltung geleistet hat. Ihre Aufgeschlossenheit und ihr Engagement hatte ihr auch bei der Lehrerschaft große Anerkennung verschafft. Die Schülergruppe hatte sich folgende Erziehungsziele als wichtig formuliert:
• Zivilcourage
• Selbstständigkeit
• Teamgeist und Kommunikationsbereitschaft
 
• Toleranz (Lehrer als Vorbild, Kompromissbereitschaft)
• Basiswissen
• Chancengleichheit (freundliches Miteinander, jeder kommt zu Wort, jeder kommt dran, freundliche Gepsrächsatmospäre)
• Selbstbewusstsein. 

 

DOKUMENT 3       
Fragebogen 5. Klasse Schüler (aus Home-Page)

 

DOKUMENT 4  
 ISI Urkunde


DOKUMENT 5
Kontrakt zwischen PVS und PI für die Jahre 2001 bis 2003

Die Peter-Vischer-Schule setzt die im Schuljahr 1997/98 begonnene Schulentwicklung in den Schul-jahren 2001/2002 und 2002/2003 fort. Wie in der Vergangenheit arbeitet die PVS dabei eng mit dem PI zusammen. 
Grundlage für die Zusammenarbeit PVS-PI ist der am 30.07.97 gefasste Beschluss der Lehrerkonfe-renz, ab dem Schuljahr 1997/98 mit dem Projekt zur Schulentwicklung zu beginnen, sowie die am 28.07.1999 und am 17.07.2001 gefassten Beschlüsse, das Projekt jeweils um zwei Jahre zu verlängern.

1. Zweck:
Das PI unterstützt Kollegium und Schulleitung im Projekt „VISCHER-SEP“. Ziel des Projekts ist die Sicherung und Weiterentwicklung der Schulqualität, wobei als zentrales Handlungsfeld die Ver-besserung der Unterrichtsqualität gesehen wird. Angestrebt wird eine kontinuierliche Vergrößerung des Anteils schülerzentrierten Unterrichts am Gesamtunterricht der PVS. Die Kooperation PVS – PI gewährleistet eine enge Verzahnung mit dem SCHILF-Konzept des PI und ermöglicht eine Vernet-zung mit den übrigen städtischen Schulen. Die Zusammenarbeit umfasst in erster Linie die konkreten SCHILF-Maßnahmen, aber auch die Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung des schuleige-nen Fortbildungs-Programms. Zu diesem Zweck bietet das PI auch interne und externe Hilfen zur Eva-luation an.

2. Teamstruktur der PVS:
Die Struktur der am SEP beteiligten Gruppen wird grundsätzlich beibehalten: Neben den Klassen-teams und den Fachschaften gibt es ein „offenes SEP-Angebot“. Auf der Ebene der Klassenteams wird die Teamarbeit intensiviert und auf weitere Klassen bzw. Jahrgänge ausgeweitet. Die Fachschaf-ten erhalten weiterhin die Möglichkeit, pro Schuljahr eine ganztägige Fortbildung zu gestalten. Die Koordinierungsgruppe setzt sich offen zusammen. Sie benennt feste Ansprechpartner und hält Kontakt zum PI und lädt es zu ihren Sitzungen ein. 

3. Fortbildungsprogramm und SEP – Weiterentwicklung im Vertragszeitraum:
a) Folgende Fortbildungsfelder werden in den kommenden zwei Jahren bearbeitet:
• Auffrischung und Sicherung der schülerzentrierten Arbeitsmethoden
• Basisangebote für Neueinsteiger
 
• Kommunikationstraining für Lehrer  
• Grundkurs in Montessori-Pädagogik 
b) Begleitende Maßnahmen sollen sein:
•  Aktive Einbeziehung der Schülerschaft (z.B. SMV) in die Weiterentwicklung des SEP
• Einbeziehung der Eltern
• Einbeziehung von Betrieben
• Evaluation 
• Sammlung von bewährten Unterrichtskonzepten, die im Kollegenkreis bereits aus-probiert wurden. 

4. Leistungen des PI:
Das PI unterstützt dieses Schulentwicklungsprojekt durch die Vermittlung bzw. Bereitstellung von geeigneten Referentinnen und Referenten. Das PI gewährleistet die kontinuierliche Begleitung durch feste Ansprechpartner, die auch für die Moderation von Team- und Gruppensitzungen zur Verfügung stehen.  Auch bei gezielten Anfragen der Schule bezüglich ausgewählter Referenten wird PI vermittelnd tätig.

5. Leistungen der Schule:
Die Schulleitung sichert ihre aktive Unterstützung und Mitarbeit beim SE-Prozess zu, ermittelt in Ab-sprache mit dem Kollegium bzw. der Koordinierungsgruppe den Fortbildungsbedarf, stellt Verbind-lichkeit der Absprachen her und sichert die Kontinuität der Zusammenarbeit. Schulleitung und Kolle-gium der PVS sagen zu, dass die Terminabsprachen rechtzeitig erfolgen und die mit den Referentin-nen und Referenten vereinbarten Termine eingehalten bzw. nur nach Rücksprache mit dem PI ge- ändert werden. Um die Akzeptanz im Kollegium, bei Eltern und Schülern kümmert sich die Schullei-tung und die Koordinierungsgruppe. 

6. Gemeinsame Arbeit:
Um die Unterstützung von außerhalb der Schule zu verbessern (Schulverwaltung, Politik, Wirtschaft etc.), werben PVS und PI gemeinsam in der Öffentlichkeit für dieses Projekt. Auch wird weiterhin versucht, dafür Sponsorengelder einzuwerben.

7. Kosten:
Das PI bietet seine schulinternen Fortbildungsleistungen und den Beratungsservice kostenfrei an. Auch externe Referenten werden vom PI im Rahmen seiner internen Honorarsätze bezuschusst. Dar-über hinaus gehende Kosten werden gedeckt durch SchG und PVS sowie eine zumutbare Eigenbetei-ligung der Lehrkräfte.

7. Sonstiges:
Pflicht zur gegenseitigen Information: Beide Partner verpflichten sich zu regelmäßigem Informations austausch und zur Abstimmung über alle projektrelevanten Fragen. Das schließt die beiderseitige Pflicht zum vertraulichen Umgang mit Informationen ein.
Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung bei der Durchführung dieses Projekts liegen im beider-seitigen Interesse. PVS und PI können deshalb beschließen, dass das Projekt begleitend evaluiert wird.
Nürnberg, den  01.10.01

gez. Dr. Eckart         gez. Dr. Franze
____________________ ___________________
Pädagogisches Institut Peter-Vischer-Schule
 
 
DOKUMENT 6                 Struktur des VISCHER-SEP  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gliederung
1. Wie alles begonnen hat
2. Unterrichtsentwicklung:  Klassenteams Schulteam  Fachschaftsteams
3. Vom Methodentraining zur Schulentwicklung
4. Die Ausdehnung der Schulentwicklung auf die Organisationsentwicklung
5. Erfolge der PVS
6. Ausblick
DOKUMENTATION

Wie alles begonnen hat
Dass die ältere Generation die nachwachsende Jugend für anders, manchmal auch für "schlechter" hält, ist über alle Geschichtsepochen hinweg mit Zitaten berühmter Zeitgenossen belegbar. Vielleicht war aber die Diskussion über das Verhalten der Jugendlichen Ende der 80er Jahre deswegen etwas anders, weil zu dieses Zeit der Wertewandel, der durch die sog. 68er Revolution bewirkt worden war, besonders spürbar wurde. Der wesentliche Unterschied zwischen den Jugendlichen von heute und den früherer Generationen liegt darin, dass Jugend keine bloße Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsensein ist, sondern ein eigener Lebensabschnitt. Genau mit dieser Thematik befasste sich unsere ganztägige pädagogische Konferenz am 17. Februar 1993. (vgl. Dokument 1.)  Dazu hatten wir als Referenten Dr. Wolf-gang Gaiser vom Deutschen Jugendinstitut München eingeladen, der uns die veränderte Situa-tion von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft deutlich machte. Das war der Ausgangspunkt für eine nun einsetzende rege Diskussion, in deren Mittelpunkt die Frage stand, wie muss der Unterricht verändert werden, um die Lern- und Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu steigern. 

Ein Jahr später wurde das Thema unter Einbeziehung von Elternbeirat und SMV unter der Fragestellung „Wozu will und soll die PVS erziehen?“ weiter vertieft. In einer ganztägigen Klausurtagung (9. März 1994) formulierten unter der Moderation von Klaus Wenzel die Schüler/innen auf der einen Seite sowie Lehrerschaft und Elternbeirat auf der anderen Seite die von der Schule angestrebten Erziehungsziele (vgl. Dokument 2).

Schon Ende des Schuljahres setzte die Überlegung ein, in Zukunft den neu in das Gymnasium und in die Realschule eintretenden Schülerinnen und Schüler in ihrem ersten Schuljahr in ei-nem speziellen Methodentraining grundlegende Arbeits- und Lerntechniken beizubringen. Dabei leistete uns das Pädagogische Institut (PI) der Stadt Nürnberg entscheidende Hilfe-stellung. Es machte uns mit den Reformansätzen von Heinz Klippert bekannt. Sein Ziel, die Schüler zum Eigenverantwortliches Arbeiten ( = EVA) hinzuführen, war so überzeugend, dass sich in der Folge ein kleiner Kreis von interessierten Kolleginnen und Kollegen außer-halb des Unterrichts mit dieser Thematik befasste und intensiv methodische Fragen diskutier-te. Am Ende des Schuljahres stand dann das Programm fest, mit dem im kommenden Schul-jahr die neu in die 5. Jahrgangsstufe eintretenden Schülerinnen und Schüler konfrontiert wer-den sollten. Damit war die Idee zur Unterrichtsentwicklung über Klassenteams oder - wie es fortan als Schlagwort verwendet wurde - zum Methodentraining geboren. 

 
Unterrichtsentwicklung:  Klassenteams Schulteam  Fachschaftsteams 

Mit Hilfe des PI gelang es, Heinz Klippert für eine gezielte Fortbildung zu gewinnen.Es wur-de ein Wochenendseminar angeboten, das vom 17. bis 18. März 1995 in Vorra stattfand. Über 30 Lehrkräfte nahmen freiwillig daran teil. Die Resonanz war überaus positiv und verstärkte den eingeschlagenen Weg. 
Im Oktober 1995 konstituierte sich ein "Schulteam" zur weiteren Planung und Organisation der schulinternen Lehrerfortbildung ("SCHILF") und im Dezember nahm erstmals eine Fach-schaft geschlossen an einer ganztägigen Fortbildung zum Thema handlungsorientierter Unter-richt teil. Die Mathematiker beider Schularten entwickelten in der Folge eigene Initiativen, informierten sich an anderen Schulen und erstellten eigene Unterrichtsmaterialien, die sie in einem ("Spiele-")Koffer sammelten und in den Unterricht mitnahmen. Natürlich werden diese Materialien nicht andauernd und in jeder Stunde eingesetzt. Nach wie vor hat auch der Frontalunterricht einen wichtigen Stellenwert. Aber gerade in Randstunden am Ende eines Vormittags, wenn die Konzentration nachlässt, bietet sich an, den Schüler durch eigenverant-wortliche Beschäftigung noch einmal zu aktivieren, und auf der anderen Seite den Lehrer in seiner zentrale Rolle vor der Klasse zu entlasten.

Materialien, mit denen Schüler eigenverantwortlich arbeiten, gab es zum damaligen Zeitpunkt noch kaum. Deswegen organisierte das Schulteam auch im März 1996 einen schulinternen "Methoden-Basar", in dem einzelne Lehrkräfte gelungene Unterrichtsprojekte vorstellten und austauschten. Aus dieser Idee heraus hat sich über die Schule hinausgreifend die Mathe-matik-Börse entwickelt, die seit 1998 jährlich von der PVS für die Lehrkräfte aller wei-terführenden Schulen in Mittelfranken in Zusammenarbeit mit dem PI und den beiden Mi-nisterialbeauftragten (Gymnasien, Realschulen) angeboten wird. 
Die Methodikwoche im Schullandheim Tannenlohe wurde in einem kritischen Feedback einer eingehenden Überprüfung unterzogen und das Konzept auf Grund der gewonnenen Er-fahrungen etwas umgestellt. In zwei Klausurtagungen wurde im Dezember 1996 die inhaltli-che Ausgestaltung des sog. „Methodentrainings“ festgelegt und grundsätzlich festgeschrie-ben . Als zentrale Elemente haben sich seitdem erwiesen:
• das gemeinsame Frühstück 
• die Einbeziehung des Fachunterrichts in die Methodikwoche (Wechsel von Fachlehrer und Klassenteam während der ersten Schulwoche)
• Aufteilung des Methodentrainings in einen Grundlagenteil zu Beginn des Schuljahres und einen Übungsteil, der in fachübergreifenden Lerneinheiten auf das gesamte Schuljahr verteilt wird
• Entlastung der Klassenleiter durch die beiden anderen Teamkollegen und das Anlegen einer besonderen Klassenleitermappe in DIN A 4, in der alle Mitteilungen an die Eltern eingeheftet werden
 
• besondere Vorgaben für Sitzordnung, Gruppenarbeit und spezifisches Sozialtraining (als vertrauensbildende Maßnahme unverzichtbar)
Seitdem wird alljährlich am Ende eines Schuljahres eine Klausurtagung für die künftigen Klassenteams zur Vorbereitung des Methodentrainings in den Eingangsklassen durchgeführt. Sie findet außerhalb der Schule statt und wird von Mitgliedern der Koordinierungsgruppe moderiert (Angelika Breitfeld-Grosser, Peter Gerhard, Dieter Schaefer, Barbara Sy, Reane Strübing, Christiane Wagner). Zum Halbjahr treffen sich die Klassenteams noch einmal zu einer Feedback-Tagung. Für die Eingangsklassen steht zudem ein Leitfaden   ("Lernen am Gymnasium") zur Verfügung, der 1998/98 von den Mitgliedern der Koordinierungsgruppe erarbeitet worden ist.

Vom Methodentraining zur Schulentwicklung
Im September 1996 stellte Dr. Heinz Klippert in einer pädagogischen Konferenz sein Ge-samtkonzept einer pädagogischen Schulentwicklung vor. Fast die Hälfte des Lehrerkollegi-ums meldete sich freiwillig zur Teilnahme an der Fortbildung, die auf zwei Jahre projektiert war. Aus finanziellen Gründen wurde aber nicht das volle Kursprogramm übernommen, son-dern in Zusammenarbeit von Schulleitung, Schulteam und PI eine veränderte Version entwi-ckelt. Danach sollte Dr. Klippert nur zu speziellen Themen in die Schule eingeladen werden, das übrige Programm aber von Moderatoren übernommen werden, die das PI selbst ausbilden wollte. Am Ende des Schuljahres 1996/97 stand das Konzept endgültig fest: In der Schluss-konferenz wurde es durch einen offiziellen Beschluss des Lehrerkollegiums und einer dar-auf fußenden Vereinbarung mit dem Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg abgeseg-net: Das VISCHER-Schul-Entwicklungs-Projekt (VISCHER-SEP) war geboren. Der Schritt ist dem Lehrerkollegium nicht leicht gefallen. Das Pro und Contra wurde heftig diskutiert. Dem Personalrat ging es vor allem darum, dass den Kollegen, die dem pädagogisches Konzept skeptisch gegenüberstanden, keine Nachteile entstanden. Deswegen wurde ausdrück-lich vereinbart, dass die gesamte schulinterne Fortbildung ausschließlich auf freiwilliger Basis stattfinden sollte. Keine Kollegin und kein Kollege sollte gezwungen werden, an einem der folgenden drei Fortbildungsbereiche teilzunehmen:
• Fortbildung für Klassenteams (5. bzw. 6. Jahrgangsstufe GYM und 7. Jahrgangsstufe RS): Angebot von zwei anderthalbtägigen Tagungen im Schuljahr 1997/98 zu den The-men Gruppenarbeit und Methodentraining.
• Fortbildung für Fachgruppen (Fachschaftsteam): Angebot für eine ganztägige Fortbil-dung pro Schuljahr zum Thema "Eigenverantwortliches Arbeiten" 
• 2 1/2tägige Fortbildung pro Schuljahr im fächerübergreifenden Schulteam für 25 bis maximal 30 Lehrkräfte zum Thema "Arbeitstechniken und –methoden“ 
Zusätzlich wurde auf Bitten des Personalrats in der Schlusskonferenz noch ein "Belastungs-minimierungsprogramm" vorgelegt. Mit 78 gegen 15 Stimmen wurde schließlich am 30.07.1997 der Beschluss gefasst, das VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekt auf zunächst zwei Jahre befristet durchzuführen. 

Vom 16. bis 18. Oktober 1997 fand am PI die erste Fortbildung des fächerübergreifenden Schulteams unter der Leitung von Frau Angelika Laumer aus München zum Thema "Moder-ne Arbeitstechniken" statt. Am Ende dieser Veranstaltung wurde den Teilnehmern klar, dass zur weiteren Planung und Organisation des VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekts ein eige-nes Gremium notwendig war. Es rekrutierte sich ohne formale Wahlen aus dem Mitglieder-kreis des Schulteams und nannte sich ganz bewusst Koordinierungsgruppe und nicht „Steu-ergruppe“, um von vornherein jeden Verdacht zu vermeiden, ein neues "Führungsorgan" len-ke in Absprache mit dem Direktorat das Leben in der Schule. Auch wenn in der Folge immer wieder Diskussionen über eine offiziell vom Lehrerkollegium zu wählende "Steuergruppe" geführt wurden (wie es in der einschlägigen Literatur als unverzichtbare für jede schulische Innovation vorausgesetzt wird), hat die Koordinierungsgruppe sowohl an ihrer Bezeichnung als auch an der prinzipiell freiwilligen Mitgliedschaft und stets allen Lehrkräften zugängli-chen Sitzungen festgehalten. Ebenso unproblematisch ist die gleichberechtigte Zusammenar-beit von Lehrkräften aus unseren beiden Schularten. Das Fortbildungsangebot richtet sich grundsätzlich an alle Lehrkräfte aus Gymnasium und Realschule, auch wenn bei gemeinsa-men Veranstaltungen aus inhaltlichen Gründen phasenweise eine interne Trennung stattfindet. 
Im Januar 1999 wurde die Peter-Vischer-Schule in das knapp 400 Schulen umfassende  
"Netzwerk innovativer Schulen in Deutschland" aufgenommen und das bayerische Fern-sehen berichtete im Rahmen seiner "Reportage am Sonntag" unter dem Titel "Frühlingsgefüh-le im Lehrkörper" über das VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekt. Neben der schulinternen Lehrerfortbildung hatten sich nämliche noch weitere Aktivitäten entwickelt, die das Schulle-ben und -klima positiv beeinflussten und prägten: 

 
• Paten/Tutoren zur Betreuung der Ein-gangsklassen (ab 2000: "Tutorenzerti-fikat")
• Zwei Theatergruppen
• Filmclub (seit 1988)
• Pausen- und Ordnungsdienst
• AG Umweltschutz (seit 1989)
• Schülercaféteria (seit 1991)
• Europa-Zertifikat (seit 1993)
• Techno-Projekt (1994 - 2001, ab 2001/2002: Multimedia-Zertifikat) 
• Schulsanitätsdienst (1994)
• Rockbands, später (seit 1994) Big Band 
• PVS-Basketballverein (1994) 
• Zwei Chöre (seit 1996)
• Mediatoren (seit 1998) 
 


Für das Lehrerkollegium bedurfte es deswegen keiner großen Diskussion mehr, als es am 20. Juli 1999 um eine Verlängerung des VISCHER-SchulEntwicklungs-Projekts um weitere zwei Jahre ging. Der Beschluss fiel einstimmig. Die einzige Änderung gegenüber 1997 be-stand darin, dass das "Schulteam" zur "SEP-Gruppe" umgebildet wurde, die allen Kollegin-nen und Kollegen offen stand, die entweder neu einsteigen oder aber ihre Methodenkompe-tenz auffrischen wollten. Zudem wurde die Einrichtung der Koordinierungsgruppe zur Pla-nung und Organisation der Schulinnovation erstmals formal bestätigt. Seit dem Schuljahr 1999/2000 haben sich innerhalb der Koordinierungsgruppe drei Untergruppen gebildet (am 14.03.2000), die für folgende Themen zuständig sind: 
 Methodentraining/Teambildung/Unterrichtsentwicklung 
 Organisationsentwicklung/EFQM 
 Schulprofil
Die Untergruppen tagen eigenständig, berichten aber jeweils in den Vollsitzungen der Koor-dinierungsgruppe über ihre Arbeit. 


Die Ausdehnung der Schulentwicklung auf die Organisationsentwicklung
Im Schuljahr 1997/98 wurde uns Frau Monika Paul als Schulsozialpädagogin zugewiesen. Der Gewinn für die Schule war unschätzbar. In vielen Fällen, die sonst beim Jugendamt lan-den oder aber mit größeren disziplinarischen Maßnahmen zu ahnden wären, kann sie helfend eingreifen. Zum anderen konnte mit ihr zusammen ab dem Schuljahr 1999/2000 eine Nach-mittagsbetreuung aufgebaut werden, die sonst nicht möglich gewesen wäre. Da in unserer Schule auch noch ein sog. „Kulturladen“ untergebracht ist und unsere Schulbibliothek in die Stadtbibliothek integriert werden konnte, war es uns möglich, durch die Zusammenfüh-rung dieser drei Einrichtungen und unter Inanspruchnahme von Lehrkräften und älteren Schü-lern diese Nachmittagsbetreuung aufzubauen und zu organisieren. In den ersten beiden Schuljahren (1999/2000 und 2000/2001) wurde sie von jeweils über achtzig Kindern aus der 5. bis 7. Jahrgangsstufe (kostenlos!) besucht. Durch die Inanspruchnahme staatlicher Zu-schüsse konnte ab dem Schuljahr 2001/02 die Nachmittagsbetreuung ausgebaut werden. Es wurde eine Erzieherin angestellt, die von 12:00 bis 15:30 Uhr (freitags bis 13:00 Uhr) im Kul-turladen zur Verfügung steht und sich um die Kinder vor Beginn und Ende der Hausaufga-benbetreuung kümmert.
Seit einigen  Jahren ist unsere Schulbibliothek an die Stadtbibliothek angeschlossen. Da-durch wird sie von professionellen Fachkräften betreut und zum anderen ist es durch die Ver-netzung möglich, von der Schule aus auf die Bestände der gesamten Stadtbibliothek zuzugrei-fen. Im Schuljahr 2000/2001 haben wir der Schulbibliothek durch den Ausbau eines Keller-raumes ein Internetcafé mit neun Arbeitsplätzen angegliedert. Stadtbibliothek und Kulturla-den ergänzen hervorragend das Unterrichtsangebot durch zusätzliche kulturelle Veranstaltun-gen, wie Autorenlesungen, Filme, Diskussionen in Form von Abendveranstaltungen. So wur-de z.B. 2000 zusammen mit dem Kulturladen ein schulinterner Lyrik-Wettbewerb durchge-führt. Die eingereichten Arbeiten wurden unter Beteiligung des fränkischen Autors Fitzgerald Kusz vorgestellt und in der Cafeteria ausgestellt. 


Im Schuljahr 1999/2000 fielen zwei weitere wichtige Entscheidungen: Zum einen wurde die PVS vom Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung (ISB) in Mittelfranken als  
eine von zehn sog. "Pilotschulen für Schulentwicklung am Gymnasium in  
Bayern nach dem EFQM-Modell" ausgewählt. EFQM steht für „European Foundation for Quality Management“. Ziel dieses Versuchs ist es, die Kriterien für die Qualitätssicherung aus dem Bereich der Wirtschaft auf die Schule zu übertragen. Wir versuchen durch Befragen von Schülern, Eltern und Lehrkräften die Ergebnisse unserer inneren Schulreform abzusichern und ständig zu verbessern. Einen Teil dieser Umfrage-Ergebnisse haben wir auf der Homepage unserer Schule unter dem Stichwort „Schulentwicklung – EFQM“ veröffentlicht.

Als EFQM-Pilotschule haben wir uns ganz bewusst dem ISB zur Verfügung gestellt, weil dieses Projekt sich gut in den Schulentwicklungsprozess integrieren lässt. Grundlage der Eva-luation sind Feedback-Fragebogen. Für die Unterrichtsentwicklung stehen folgende Frage-bögen zur Verfügung:
 Befragung der 5., 6. und 7.Klassen des Gymnasiums am Ende eines Jahres zu Unterricht, schulischen Einrichtungen, Schulklima (vgl. Dokument 3)
 Befragung der Eltern der Schüler/innen in der 5. und 7. Jahrgangsstufe Gymnasium zu Unterricht, Schulerfolg, Schulveranstaltungen, Schulklima, Wünsche der Eltern nach Fortbildungsveranstaltungen
 Den ersten Jahrgang, den wir in der 5. Jahrgansstufe befragt haben, wollen wir jährlich bis zum Abitur begleiten. Ziel dieser Langzeitbefragung ist es, zu beobachten, wie und wann sich eventuell die Einstellung zu Unterricht und Schule verändert 
 Fragebogen zum Unterricht: Um den Termin des Zwischenzeugnis befragt der Lehrer seine Klasse zu seinem Unterricht im 1. Halbjahr, wertet das Ergebnis aus und bespricht es mit der Klasse. 
 Fragebogen zur Evaluierung der Gruppenarbeit in der Klasse

Die zweite wichtige Entscheidung war die Beteiligung der PVS am Schulversuch "Achtjäh-riges Gymnasium". In Zukunft haben die Kinder bei der Anmeldung an der PVS somit drei Einstiegsmöglichkeiten: Eintritt
• in das neunjährige Gymnasium
• in das achtjährige Gymnasium
• in die sechsstufige Realschule 
Da intern ein Wechsel innerhalb der drei Schulformen unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, steht den Eltern mit der PVS über das spezifische Profil auch organisatorisch ein überaus interessantes Modell einer weiterführenden Schule zur Verfügung: Die Kindern ha-ben vielfältige Möglichkeiten zur individuellen Entwicklung und Förderung. 

Die vielfältigen Aktivitäten und Projekte bereichern das schulische Leben auf sehr lebendige Weise. Allerdings ist es unabdingbar, dass sie miteinander vernetzt und sich gegenseitig be-wusst gemacht werden müssen, um sie im Sinne eines Gesamtkonzeptes „Schulinnovation“ effektiv nutzen zu können. Das unterstreicht die Bedeutung der sog. „Koordinierungsgrup-pe“, die zahlenmäßig größer ist, als in der Literatur empfohlen wird und nicht für einen be-stimmten Zeitraum gewählt ist. Sie versteht sich vielmehr als ein allen Lehrkräften offen ste-hendes Gremium, das stets alle Sitzungen und Treffen bekannt macht und Interessierte immer willkommen heißt. Überaus positiv hat sich die Einbeziehung des Pädagogischen Instituts der Stadt Nürnberg ausgewirkt. In der Regel nimmt an allen Sitzungen ein Vertreter des PI teil und gibt dort fachliche Unterstützung, wo es notwendig wird.


Erfolge der PVS
Am Schulinnovationskongress in Augsburg im April 2000 war die PVS mit vier Beiträgen vertreten:
• Blickpunkt war ein Marktstand der PVS gleich am Eingang zur Kongresshalle: eine mo-dern gestaltete Präsentation über die schulinterne Lehrerfortbildung, das VISCHER-Schulentwicklungsprojekt und das eigenverantwortliche Arbeiten an der PVS (gestaltet von Hannelore Wegener, Christiane Wagner und Barbara Sy).
• Das Lehrerkabarett der PVS, die "Gerontocrats", nahm das Thema des Kongresses unter dem Titel "Die Präsentation" kritisch-amüsant auf die Schippe und erhielt stürmischen Applaus.
• Dr. Manfred Franze stellte in einem Workshop das Schulentwicklungsprojekt der PVS dar. 
• Reane Strübing, die mit ihren Ideen die Planung des Kongress entscheidend mitgestaltet hatte, moderierte das Abschlussgespräch zwischen Kultusministerin und Schülern.

Regionalkongress Schulinnovation 2000
Die PVS war mit einem Ausstellungstand (Gestaltung Peter Gerhard, Dieter Schaefer)zu den Themen Evaluation, Pädagogischer Tag und Schulentwicklung vertreten. Dabei stieß der Fra-gebogen, mit dem der Lehrer ein Feedback über seinen Unterricht abruft, auf überaus großes Interesse. Wegen der großen Nachfrage haben wir den Fragebogen zusammen mit einer An-leitung zum Einsatz in die Homepage unserer Schule eingestellt (unter Schulentwicklung – EFQM). Mittlerweile haben unsere Fragebogen insgesamt Eingang in die Mustersammlung des Kultusministeriums gefunden, das zu diesem Thema zusätzlich in seiner "Elternzeit-schrift" (Nr.3/01, S.14 - 16) ausdrücklich auf unsere Homepage verweist. Zuvor war bereits im "Lehrer-Info" (Nr. 3 - Mai 2001 S. 9)unter der Rubrik "Beispiele guter Praxis" und dem Titel "Vorbereitung auf Europa" das Schulentwicklungsprojekt der Peter-Vischer-Schule vor-gestellt worden. 

Auf musikalischem Gebiet war die PVS im Schuljahr 1999/2000 auch mit ihrer Jazz-Rock-Band „The Vishermen“ auf der "1. Musischen Biennale" in Bamberg erfolgreich, ebenso wie die Umweltschutzgruppe, die 1999 den Umweltschutzpreis der Stadt Nürnberg erhalten hat. Mit der Auszeichnung wurden die jahrelangen Bemühungen um Energieeinsparung, Wertstoffsammlung und Ökologie-Aktionen unserer Umweltschutzgruppe unter der Leitung von Robert Jahreiß gewürdigt.  

T-Cl‎@‎ss-room
Am 10. Januar 2001 fand in Anwesenheit der bayerischen Kultusministerin, des Telekom-Vorstandsmitglied Josef Brauner und von Frau Bürgermeisterin Jungkunz  die Übergabe des sog. „T-Cl‎@‎ss-room“statt, den die Deutsche Telekom der Peter-Vischer-Schule als erster bayerischer Schule gestiftet hat. Frau Hohlmeier würdigte in ihrer Ansprache insbesondere die Leistungen der PVS bei der inneren Schulreform. Hier habe PVS "die Nase vorn", weil sie dank einer "engagierten Schulleitung, eines tatkräftigen Kollegiums und einer aufge-schlossenen Schülerschaft" sich bereits 1993 auf den Weg gemacht habe. Anerkennung ver-diene die PVS auch deswegen, weil sie nicht nur innovativ ist, sondern "auf Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung" achte. Fazit der Kultusministerin: "Die Peter-Vischer-Schule leistet einen wertvollen Beitrag, um die Qualität und den Erfolg in Bayerns Schulen zu si-chern!"

ISI - Wettbewerb
Den bisherigen Höhepunkt unseres Bemühens bildete schließlich der 1. Preis im ISI - Wett-bewerb (Innere Schulentwicklung Innovationspreis) des „Bildungspaktes Bayern“, eines Gemeinschaftsprojektes des Kultusministeriums und der bayrischen Wirtschaft. Im Beisein des Fernsehens und prominenter „Paten“ wie Rosi Mittermeier wurde einer Delegation der PVS (Herr Dr. Franze, Frau Breitfeld - Grosser, Herr Hager, Frau Spies, Herr Schaefer, Frau Wagner, Frau Werzinger vom Elternbeirat und die Schülersprecherin Marcia Mirgel) am 18.1.2002 in München dieser Preis (3000 € ) überreicht. (vgl. Dokument 4)

Das Verdienst gilt vor allem den Kolleginnen und Kollegen! Von ihrer Motivation und Einsatzbereitschaft hängt entscheidend das Gelingen der Schulentwicklung ab, weil ihr zu-sätzliches Engagement nicht durch Anrechnungsstunden oder finanzielle Leistungen honoriert werden kann. Wichtigste Ressource ist also die Arbeitskraft der Kolleginnen und Kollegen, die sie freiwillig in den Dienst von Schule und Unterricht stellen. Deswegen muss das Prinzip der Freiwilligkeit auch sehr konsequent bei allen Maßnahmen und Projekten eingehalten wer-den. Materiell haben wir von unserer Partnerfirma Siemens und der Stadt Nürnberg Unterstützung erfahren. Projektpartner bei der Schulentwicklung aber ist vor allem das Pädagogische Institut der Stadt Nürnberg (PI). Ohne dessen Hilfe wäre eine Ver-wirklichung von VISCHER-SEP gar nicht möglich gewesen. An den Plenarsitzungen der Ko-ordinierungsgruppe nimmt jeweils ein Vertreter des PI teil. Eine Reihe von Fortbildungen war nur möglich, weil das PI entsprechende Referenten vermittelt oder selbst aktiv geworden ist.

Ausblick
Ende des Schuljahres 2000/2001 hat das Lehrerkollegium am 17.07.2001 bei einer Gegen-stimme beschlossen, das VISCHER-SEP für weitere zwei Jahre fortzusetzen und parallel dazu nach längerer Diskussion auch wieder eine Kooperationsvereinbarung mit dem PI abgeschlos-sen (vgl. Dokument 5).. Als Ziel wird darin formuliert, die Weiterentwicklung der Schulqualität zu sichern, "wobei als zentrales Handlungsfeld die Verbesserung der Unterrichtsqualität ge-sehen wird. Angestrebt wird eine kontinuierliche Vergrößerung des Anteils schülerzentrierten Unterrichts am Gesamtunterricht der PVS." 
Die Koordinierungsgruppe hatte zuvor bereits konkrete Vorhaben geplant und detaillierte Projekte für die nächsten zwei Schuljahre formuliert:

• „Offene“ Fortbildung zum Thema „Kommunikation“ für alle Lehrkräfte, die  
neu einsteigen oder eine Auffrischung ihrer Kenntnisse wünschen (bereits durchgeführt 
am 1. und 2. Oktober 2001 auf Schloss Hirschberg).
• Systematisierung des Erfahrungsaustauschs der Klassenteams in den Eingangsklassen des Gymnasiums, der sechsstufigen und der vierstufigen Realschule.
• Stärkere Einbeziehung der Eltern und Schüler in den Innovationsprozess.
• Fortführung des EFQM-Projekts: Auswertung der Ergebnisse der Befragung von Schü-lern, Eltern und Lehrkräften der 7. Jahrgangsstufe (Gymnasium) sowie der Schüler und Eltern der 5. Jahrgangsstufe der Realschule (bereits ausgeführt - Die Ergebnisse der Be-fragung wurden im Rahmen des Pädagogischen Tags am 21.11.2001 im Lehrerkollegium diskutiert.) Fortführung der Langzeituntersuchung. 
• Fortführung und Verbesserung von Fragebögen 
– zur Gruppenarbeit und  
- zum Feedback des Unterrichts zum Zwischenzeugnis: Den Lehrern wird ein Fragebo-gen zum internen Einsatz in ihren Klassen angeboten, mit dem sie die Schüler über ihren Unterricht im 1. Halbjahr abfragen. 
• Im Schuljahr 2000/2001 wurde neu ein sog. „Tutoren-Zertifikat“ eingeführt, das die Tutoren („Paten“) für die Betreuung unserer Eingangsschüler erhalten, wenn sie über die praktische Betreuung hinaus sich auch noch bestimmte theoretische Kenntnisse (Schul-profil, Kommunikationstheorie, Pädagogik) aneignen. In dieses Projekt sind auch die Schulsozialpädagogin und der im Schulhaus untergebrachte Kulturladen einbezogen. 
• Die Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen (Siemens, Stadtsparkasse, GfK) wird weiter fortgesetzt. Fachreferenten werden zu Vorträgen im Rahmen des neuen Faches „Europa-kunde“ oder in den Leistungskurs „Wirtschaft/Recht“ eingeladen. In Zusammenarbeit mit der Firma DATEV wurde ein eigenes Projekt zum Thema „Datenverarbeitung“ entwi-ckelt, das in diesem Schuljahr den Kollegiaten im Leistungskurs "Wirtschaft/Recht" als Ergänzungskurs  angeboten wird. Ab diesem Schuljahr wird Für die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe ein "Multimedia-Zertifikat" angeboten, das auf zwei Jahre ange-legt ist und vier Halbjahres-Themen (Video-, Audiotechnik, Computereinsatz) beinhaltet. Die Nachfrage der Schüler überstieg die vorhanden 16 Plätze um mehr als Doppelte.
• Mit Hilfe von Sponsoren kommen wir Stück für Stück dem Ziel näher, in jeden Unterrichtsraum unseres renovierten Westflügel mindestens einen Computer mit In-ternet-Anschluss zu stellen. 
 
• Da wir seit Jahren auch über einen funktionierenden Ordnungs- und Pausendienst ver-fügen, überlegen wir, wie wir ihn und den Arbeitskreis „Umweltschutz“, der u.a. auch die Altpapierentsorgung organisiert, offiziell in unser pädagogisches Konzept integrieren können. Erste Vorüberlegung sind bereits unternommen worden.  


VISCHER-SEP versteht sich nicht als ein Projekt, das zeitlich begrenzt ist, sondern als ein nach vorne offener Prozess zur Verbesserung von Schulqualität und Schulklima (vgl. Dokument 6). Dabei ist es notwendig, sich befristet konkrete Ziele zu setzen, ihre Umsetzung zu überprüfen und möglichst alle, die mit Schule zu tun haben - Schüler, Eltern und Lehrer - in den Entwick-lungsprozess einzubeziehen und zu beteiligen. 

 

DOKUMENTATION

DOKUMENT 1       Pädagogische Konferenz am 17.Februar 1993
"Jugend und Schule heute"  

 

Das Tagungsprogramm
In einer ganztägigen Fortbildungsveranstaltung ist das Lehrerkollegium der Peter-Vischer-Schule den Fragen zur veränderten Situation von Jugend und Schule nach folgendem Programm nachgegangen:
 1. Einführendes Referat: Jugend heute (Dr. Wolfgang Gaiser, München) 
 2. Plenum: Die Schülerschaft an der PVS (Filmszenen über das Verhalten
                                                                    in der Pause und Austausch von Beobachtungen, Meinungen, Vermu-
                                                                    tungen)

3. Arbeitsgruppen: I. Veränderte Jugend  - Pädagogische Herausforde-rungen zur Erneuerung von Schule und Unterricht (Dr. Eckart)
II. Strategie zur Vermeidung und Lösung von Konflik-ten (Diez)
III. Interkulturelle Erziehung an der PVS (Hümmer)
IV. Hilfe und Unterstützung von Institutionen außer-halb der Schule für die Erziehung (Gerhard)
V. Vorbildfunktion und soziale Erziehung in der Schu-le (Schaefer)
VI. Mut zur Autorität? - Zurück zu den Sekundärtu-genden? (Pilhofer)

4. Plenum: Berichte aus den Gruppen und Diskussion der Berichte

 

DOKUMENT 2                 „Wozu will und soll die PVS erziehen?“
Klausurtagung unter Einbeziehung von Elternbeirat und SMV vom 9.März 1994 : 

Nach intensiver Diskussion formulierte das Lehrerkollegium unter Beteiligung des Elternbei-rats als wichtigste Erziehungsziele der PVS:
1. Toleranz
2. Soziale Verantwortung und Rücksichtnahme (was auch die Vermittlung von Sekundärtu-genden und von Pflichtbewusstsein einschließt)
3. Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, eigenständig und verantwortlich zu handeln, sowie im Team zu arbeiten
4. Positive Grundhaltung zu Leben
5. Zivilcourage
6. Kreativität und Phantasie

Entscheidend und überaus wichtig war der Beitrag, den die Schülergruppe für die Fortbil-dungsveranstaltung geleistet hat. Ihre Aufgeschlossenheit und ihr Engagement hatte ihr auch bei der Lehrerschaft große Anerkennung verschafft. Die Schülergruppe hatte sich folgende Erziehungsziele als wichtig formuliert:
• Zivilcourage
• Selbstständigkeit
• Teamgeist und Kommunikationsbereitschaft
 
• Toleranz (Lehrer als Vorbild, Kompromissbereitschaft)
• Basiswissen
• Chancengleichheit (freundliches Miteinander, jeder kommt zu Wort, jeder kommt dran, freundliche Gepsrächsatmospäre)
• Selbstbewusstsein. 

 

DOKUMENT 3       
Fragebogen 5. Klasse Schüler (aus Home-Page)

 

DOKUMENT 4  
 ISI Urkunde


DOKUMENT 5
Kontrakt zwischen PVS und PI für die Jahre 2001 bis 2003

Die Peter-Vischer-Schule setzt die im Schuljahr 1997/98 begonnene Schulentwicklung in den Schul-jahren 2001/2002 und 2002/2003 fort. Wie in der Vergangenheit arbeitet die PVS dabei eng mit dem PI zusammen. 
Grundlage für die Zusammenarbeit PVS-PI ist der am 30.07.97 gefasste Beschluss der Lehrerkonfe-renz, ab dem Schuljahr 1997/98 mit dem Projekt zur Schulentwicklung zu beginnen, sowie die am 28.07.1999 und am 17.07.2001 gefassten Beschlüsse, das Projekt jeweils um zwei Jahre zu verlängern.

1. Zweck:
Das PI unterstützt Kollegium und Schulleitung im Projekt „VISCHER-SEP“. Ziel des Projekts ist die Sicherung und Weiterentwicklung der Schulqualität, wobei als zentrales Handlungsfeld die Ver-besserung der Unterrichtsqualität gesehen wird. Angestrebt wird eine kontinuierliche Vergrößerung des Anteils schülerzentrierten Unterrichts am Gesamtunterricht der PVS. Die Kooperation PVS – PI gewährleistet eine enge Verzahnung mit dem SCHILF-Konzept des PI und ermöglicht eine Vernet-zung mit den übrigen städtischen Schulen. Die Zusammenarbeit umfasst in erster Linie die konkreten SCHILF-Maßnahmen, aber auch die Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung des schuleige-nen Fortbildungs-Programms. Zu diesem Zweck bietet das PI auch interne und externe Hilfen zur Eva-luation an.

2. Teamstruktur der PVS:
Die Struktur der am SEP beteiligten Gruppen wird grundsätzlich beibehalten: Neben den Klassen-teams und den Fachschaften gibt es ein „offenes SEP-Angebot“. Auf der Ebene der Klassenteams wird die Teamarbeit intensiviert und auf weitere Klassen bzw. Jahrgänge ausgeweitet. Die Fachschaf-ten erhalten weiterhin die Möglichkeit, pro Schuljahr eine ganztägige Fortbildung zu gestalten. Die Koordinierungsgruppe setzt sich offen zusammen. Sie benennt feste Ansprechpartner und hält Kontakt zum PI und lädt es zu ihren Sitzungen ein. 

3. Fortbildungsprogramm und SEP – Weiterentwicklung im Vertragszeitraum:
a) Folgende Fortbildungsfelder werden in den kommenden zwei Jahren bearbeitet:
• Auffrischung und Sicherung der schülerzentrierten Arbeitsmethoden
• Basisangebote für Neueinsteiger
 
• Kommunikationstraining für Lehrer  
• Grundkurs in Montessori-Pädagogik 
b) Begleitende Maßnahmen sollen sein:
•  Aktive Einbeziehung der Schülerschaft (z.B. SMV) in die Weiterentwicklung des SEP
• Einbeziehung der Eltern
• Einbeziehung von Betrieben
• Evaluation 
• Sammlung von bewährten Unterrichtskonzepten, die im Kollegenkreis bereits aus-probiert wurden. 

4. Leistungen des PI:
Das PI unterstützt dieses Schulentwicklungsprojekt durch die Vermittlung bzw. Bereitstellung von geeigneten Referentinnen und Referenten. Das PI gewährleistet die kontinuierliche Begleitung durch feste Ansprechpartner, die auch für die Moderation von Team- und Gruppensitzungen zur Verfügung stehen.  Auch bei gezielten Anfragen der Schule bezüglich ausgewählter Referenten wird PI vermittelnd tätig.

5. Leistungen der Schule:
Die Schulleitung sichert ihre aktive Unterstützung und Mitarbeit beim SE-Prozess zu, ermittelt in Ab-sprache mit dem Kollegium bzw. der Koordinierungsgruppe den Fortbildungsbedarf, stellt Verbind-lichkeit der Absprachen her und sichert die Kontinuität der Zusammenarbeit. Schulleitung und Kolle-gium der PVS sagen zu, dass die Terminabsprachen rechtzeitig erfolgen und die mit den Referentin-nen und Referenten vereinbarten Termine eingehalten bzw. nur nach Rücksprache mit dem PI ge- ändert werden. Um die Akzeptanz im Kollegium, bei Eltern und Schülern kümmert sich die Schullei-tung und die Koordinierungsgruppe. 

6. Gemeinsame Arbeit:
Um die Unterstützung von außerhalb der Schule zu verbessern (Schulverwaltung, Politik, Wirtschaft etc.), werben PVS und PI gemeinsam in der Öffentlichkeit für dieses Projekt. Auch wird weiterhin versucht, dafür Sponsorengelder einzuwerben.

7. Kosten:
Das PI bietet seine schulinternen Fortbildungsleistungen und den Beratungsservice kostenfrei an. Auch externe Referenten werden vom PI im Rahmen seiner internen Honorarsätze bezuschusst. Dar-über hinaus gehende Kosten werden gedeckt durch SchG und PVS sowie eine zumutbare Eigenbetei-ligung der Lehrkräfte.

7. Sonstiges:
Pflicht zur gegenseitigen Information: Beide Partner verpflichten sich zu regelmäßigem Informations austausch und zur Abstimmung über alle projektrelevanten Fragen. Das schließt die beiderseitige Pflicht zum vertraulichen Umgang mit Informationen ein.
Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung bei der Durchführung dieses Projekts liegen im beider-seitigen Interesse. PVS und PI können deshalb beschließen, dass das Projekt begleitend evaluiert wird.
Nürnberg, den  01.10.01

gez. Dr. Eckart        
gez. Dr. Franze