Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule

Die Koordinierungsgruppe der PVS befasst sich in diesem Schuljahr mit dem Thema "Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule".

Sehr erfreulich ist die hohe Anzahl der Eltern, die regelmäßig in der Koordinierungsgruppe mitarbeiten. 

Der Elternbeirat veranstaltet eine Umfrage zu diesem Thema.

Versuch, die angesprochenen Punkte in  einigen Fragen zusammenzufassen:
• Welche Art der Zusammenarbeit ist für den Lernerfolg der Schüler unerlässlich?
• Unter welchen Bedingungen könnten bislang unerreichbare Eltern (besonders von Kindern mit Migrationshintergrund) in Zukunft besser erreicht werden?
• Welche Formen und welcher Umfang wären für eine regelmäßige Zusammenarbeit geeignet und realistisch?
• Wie können verhärtete Fronten aufgeweicht und eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen werden?
• Wie sollten Zusammentreffen organisiert und moderiert werden, um einen lösungsorientierten Verlauf zu sichern?
• Wo liegen die entscheidenden Schwachpunkte der Informationspolitik auf beiden Seiten? Welche Inhalte müssen vermittelt werden, welcher Weg muss gewählt werden?
• Auf welche Erziehungsziele kann, soll und muss man sich einigen? 
• Wie können angemessen Zeit und Raum für die Zusammenarbeit geschaffen werden?

 

Diskussionsergebnisse:

Die Ergebnisse der Sitzung der Koordinierungsgruppe beziehen sich zunächst auf die Klassenstufen 5-7, da hier die Zusammenarbeit am notwendigsten erscheint; dies bedeutet jedoch nicht, dass das zu erarbeitende Konzept nicht (in evtl abgewandelter Form) auf höhere Jahrgangsstufen übertragen werdenkan bzw. soll. Außerdem konzentriert sich das Gespräch im Wesentlichen auf die Zusammenarbeit bezüglich Klassenbelangen, d.h. auf Veranstaltungen, zu denen alle Eltern einer Klasse eingeladen werden, nicht auf Einzelgespräche. 

Es werden folgende zentrale Aspekte genannt: 
 2-3 Treffen im Jahr im offiziellen Rahmen (Klassenelternabende) erscheinen grundsätzlich ausreichend, soweit diese von einem Großteil der Eltern und Lehrer auch genutzt werden.
 Hinzu sollten inoffizielle Gelegenheiten kommen, beispielsweise 2 Klassenelternstammtische im Jahr, zu deren Organisation der Klassenelternsprecher dann auch verpflichtet wird. Die Lehrer werden gebeten, sich regelmäßig bei Elternstammtischen sehen zu lassen. Außerdem sollten auch andere Gelegenheiten wie Musikabende, Schulball, PeViesta etc. intensiver genutzt werden. 
 Inoffizielle Treffen dürfen aber keine 'offiziellen' Aufgaben komplett übernehmen, d.h. es darf etwa die Information über wichtige Themen nicht ausschließlich auf einem Elternstammtisch erfolgen, da dieser sonst seinen 'inoffiziellen' Charakter verliert. 
 Es sollte die Tatsache genutzt werden, dass somit Gelegenheiten zum Austausch in verschiedenem, sprich offiziellem und inoffiziellem Rahmen, vorhanden sind; beispielsweise können Eltern, die aus verschiedenen Gründen zu den einen Treffen nicht gehen, speziell angesprochen werden, wenigstens (zunächst) zu den anderen Treffen zu erscheinen. 
 Gründe für Fernbleiben von Treffen könnten u.a. auch sein: 
 Angst vor der Institution Schule, dies wird besonders bei manchen Familien mit Migrationshintergrund (speziell Osteuropa) vermutet, insbesondere im Zusammenhang mit Elternabenden und Elternsprechtagen. Hier könnte es z.B. sinnvoll sein zu versuchen, sie zunächst zur Teilnahme an den inoffiziellen Treffen zu bewegen, um dort zwanglos mit anderen Eltern und Lehrern Kontakt aufnehmen zu können und die Hemmschwelle zu senken.
 Auf der anderen Seite könnte ein Fernbleiben vom Elternstammtisch auch finanzielle Gründe bei manchen Familien haben; dann sollte nochmal besonderen Wert auf die Anwesenheit bei den offiziellen Treffen gelegt werden. 
 Sprachbarrieren: Es wird wieder auf die Notwendigkeit von Dolmetschern hingewiesen, die beim Thema „Informationsfluss“ schon erörtert wurde. 
 Terminprobleme: Es könnten beispielsweise die Elternabende vor den Elternsprechabend geschaltet werden, so dass hier nur ein Termin anfällt (Problem wäre dann allerdings die Uhrzeit), und die Termine müssen langfristig bekannt gegeben werden (Hinweis auf Ideen zur Informationsverbesserung, z.B. Elterninfo)
 Die Wichtigkeit der Elternabende bzw. insgesamt der aktiven Zusammenarbeit ist wahrscheinlich manchen Eltern nicht klar; daher sollte alles daran gesetzt werden, dies zu betonen. (In den Anschreiben, über den EB, Bekanntgabe einer Tagesordnung, ...)
 Die Elternabende sollten neben organisatorischen auch pädagogische Inhalte haben; beispielsweise könnten die Inhalte der Methodentage in 5/6 auch mit den Eltern besprochen werden; dies würde die Möglichkeit eröffnen, dass die Eltern sich auch aktiv und in Übereinstimmung mit der Schule am Methodenlernen ihrer Kinder beteiligen können (Beispielsweise: Schulranzen sinnvoll packen, Hausaufgabenplanung, Schulaufgabenvorbereitung, Lerntypen,...)
 Eltern, die sich nie auf Zusammentreffen sehen lassen, sollten bald (z.B. nach dem zweiten Treffen, bei dem sie nicht waren) persönlich angesprochen werden, z.B. vom Klassenelternsprecher oder dem Klassenleiter. 
 Pädagogisch sehr wichtig wäre es, den Kontakt zwischen Eltern und Lehrern nicht nur, wie leider oft der Fall, auf Problemthemen zu beschränken, sondern viel öfter auch Positives bewusst zum Thema zu machen (etwa der reibungslose Ablauf einer Klassenfahrt, die Verbesserung der Notendurchschnitte in einer Klasse, besonderes Engagement, ...). Dies würde die Stimmung verbessern und die Hemmungen, die die Zusammenarbeit behindern, abbauen. 


gez. 

1.3.09
Hesse