Auszeitraum

Der Auszeitraum an der PVS

Ab dem 28.1. 2008 wird in der PVS ein neuer pädagogischer „Baustein“ erprobt, von dem SchülerInnen und Lehrkräfte gleichermaßen profitieren sollen. 

Der Auszeitraum soll dazu beitragen, Unterrichtsstörungen schnell und nachhaltig zu beenden und langfristig zu vermeiden. Ziel ist außerdem, schnelle Strafenhäufung bei den Schülern zu vermeiden.

Das Konzept basiert auf drei Grundlagen:

1. JedeR LehrerIn hat ein Recht auf ungestörten Unterricht.
2. JedeR SchülerIn hat ein Recht auf ungestörten Unterricht.
3. JedeR hat die Pflicht, die Rechte der anderen zu wahren.

1. Ablauf
Nach einer schwerwiegenden Störung wird der / die betreffende SchülerIn von der Lehrkraft verwarnt, und im Wiederholungsfall aus dem Unterricht in den Auszeitraum geschickt, so dass der Unterricht ohne Störung fortgesetzt werden kann und die beiden Konfliktparteien erst einmal Gelegenheit haben sich zu beruhigen. Eskalationen werden auf diese Weise vermieden.
Auf einem sogenannten Rückkehrplan trägt die Lehrkraft Name des / der SchülerIn, Datum, Uhrzeit und Grund ein. Dieses Formular wird von der Aufsicht führenden Lehrkraft im Auszeitraum kontrolliert und sie trägt die Ankunftszeit des / der SchülerIn ein.
Im Anschluss füllt der / die S den Rückkehrplan möglichst selbständig aus Dabei muss er/sie folgende Fragestellungen berücksichtigen:
o Was habe ich gemacht?
o Welche Auswirkungen hatte das auf mich / auf MitschülerInnen / auf die Lehrkraft?
o Welche Ziele habe ich in dem betreffenden Fach / an der PVS?
o Wie will ich mich in Zukunft verhalten? (Diese Verhaltensweisen müssen von meinem Lehrer/ meiner Lehrerin beobachtbar sein!)
Auf diese Weise wird der / die SchülerIn zur Selbstreflexion angehalten.
Im AZR sind auch nach Bearbeitung des Rückkehrplans keine anderweitigen Beschäftigungen erlaubt, der / die SchülerIn bleibt dort bis zum Ende der Unterrichtsstunde 
Dieses Protokoll wird kopiert und in einem Ordner im AZR aus Gründen der Nachvollziehbarkeit abgeheftet. Das Original behält der / die Schülerin und lässt es von den Eltern zur Kenntnisnahme unterschreiben. Anschließend geht er / sie mit dem ausgefüllten Protokoll außerhalb der Unterrichtszeit zur betreffenden Lehrkraft. Es kommt dadurch zum (hoffentlich klärenden) Gespräch über den Vorfall. Bevor er/sie wieder in den Unterricht darf, muss die Lehrkraft das Protokoll angenommen haben. Falls die Bearbeitungen nicht den Erwartungen der Lehrkraft entspricht, muss der/die SchülerIn das Protokoll noch einmal überarbeiten und erneut vorlegen. 

2. Konsequenzen 
Der versäumte Stoff muss selbständig nachgeholt werden, d.h, in der Folgestunde kann von dem/der SchülerIn jede Art von Leistungsnachweis eingefordert werden. 
Bei Fehlverhalten im AZR erhält der / die S einen Verweis.
Bei mehrfachen „Besuchen“ des AZR ergeben sich folgende Konsequenzen:
- nach 3 x: 
der / die S erhält einen Verweis (ist er /sie innerhalb von 2 Monaten zum dritten Mal im AZR: Direktoratsverweis); 
- weiterhin:
o Gespräch SchülerIn / Schulleitung (ggf. Weiterleitung an Fr. Wolf)
o Gespräch Schulleitung / Eltern

Dadurch, dass der /die SchülerIn, anstatt sofort Disziplinarstrafen zu erhalten, im Auszeitraum zur Ruhe kommen und sein Verhalten überdenken soll, hoffen wir, insgesamt sowohl im Sinne der Lehrer und der Klassen als auch  im Sinne der des Unterrichts verwiesenen Schüler zu handeln.

Gertrud Schubert

 

Implementierung der Schulcharta

Der Prozess, welcher zur Formulierung der Schulcharta führte, war ein langer und teilweise mühsamer. 

Er hat sich aber allein schon deshalb gelohnt, weil er ein ständiger Dialog zwischen Kollegium, Schüler- und Elternschaft und Schulleitung war, im Zuge dessen alle Aspekte des Schullebens einer Prüfung unterzogen wurden und Verbesserungsmöglichkeiten gesucht und oft auch gefunden wurden. 

Als „Ideenfabrik“ und „Leitungsteam“ für die Schulentwicklung existiert an der PVS die Koordinierungsgruppe (an anderen Schulen auch Steuergruppe genannt). Sie setzt sich zusammen aus 6 – 8 Mitgliedern des Lehrerkollegiums, mindestens einem Vertreter der Schulleitung und in vielen Sitzungen auch aus je einem Vertreter des Elternbeirats und der SMV. Die Mitglieder aus der Lehrerschaft benötigen kein spezielles Mandat, da die Sitzungen prinzipiell offen sind für alle interessierten Lehrkräfte, sodass die Zusammensetzung des Gremiums durchaus wechseln kann. Organisation und Leitung der Gruppe liegen in diesem Schuljahr bei Herrn Schaefer und Frau Hesse.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des vergangenen Schuljahres war die Ausarbeitung einer Schulcharta, die nach Ideen von Lehrerkollegium,  Elternbeirat und SMV durch die Koordinierungsgruppe ausformuliert und in die endgültige Form gebracht wurde. In diesem Jahr hat sich das Gremium u.a. wieder einmal einen Vorstoß für eine gesündere Pausenernährung vorgenommen.

Die Schulcharta

Die Schulcharta wird nach den Beschlüssen des Elternbeirats und des Lehrerrats nun in Kraft gesetzt und die Koordinierungsgruppe wird beobachten, wie sie sich in der Praxis bewährt, um dann gemeinsam mit allen Gremien zu überprüfen, ob eventuell Änderungen nötig werden. 
Die Schulcharta ist der Versuch, die Werte, die an unserer Schule gelebt und gelehrt werden, aber auch die Pflichten in verbindlicher Form für Schüler und Lehrer darzustellen. Natürlich sind auch die Eltern in der Schulcharta angesprochen, denn der wesentliche Teil der Erziehung muss im Elternhaus geschehen. 

Wir wollen an der PVS erreichen, dass Elternhaus und Lehrerschaft gemeinsam an einem Strang ziehen, um so eventuelle Konflikte besser lösen oder gar im Vorfeld bereits verhindern zu können. Dadurch soll die Schule zu einem harmonischen Ort des Lernens und Arbeitens für alle werden und der Schulerfolg Ihrer Kinder gefördert werden. Wir wollen Schülerinnen und Schüler unserer Schule in ihrer Entwicklung zu toleranten, selbstbewussten Persönlichkeiten unterstützen, Freude am Lernen vermitteln, geistigen Reichtum und die Fähigkeit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. 
Deshalb möchten wir die Schulcharta nicht nur den Schülern und Lehrern, sondern auch den Eltern ans Herz legen, damit sie die erzieherischen Werte und die in der Charta angesprochenen Verhaltensweisen ihren Kindern vermitteln und die Schule entsprechend unterstützen können.  

Tag der Schulcharta


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie am Pädagogischen Tag beschlossen, soll 
 am 19.2.2008 
der Tag der Schulcharta stattfinden. Die 5/6. Stunde dieses Tages werden der Charta gewidmet.
Sinn der Veranstaltung soll sein, die Schulcharta in den Köpfen zu verankern. 
Da viele ältere Schüler/innen und manche Kolleg/innen diesem Dokument kritisch gegenüberstehen, soll der Tag auch als Gelegenheit dienen, Kritik zu äußern, welche aber in konstruktive Vorschläge münden sollte.  Diese können Sie gerne an die Koordinierungsgruppe weiterreichen. 

Vorschläge zur Gestaltung des Tags der Schulcharta:
Klassen 5/6:
 Cartoons zu einem ausgewählten Satz malen lassen
 Rollenspiele zu einem ausgewählten Satz ausdenken und vorspielen
 Ein Würfelspiel erfinden und basteln
 Ein Werbeplakat malen
 Einen Werbespot erfinden und vorspielen

Klassen 7/8:
 Beispielfälle besprechen - Rollenspiele
 Video-Clip ausdenken und drehen
 Rap erfinden und vorspielen
 Werbespot erfinden und vorspielen
 Computerspiel ausdenken

Klassen 9/10/11/K12
 Sinn einer Schulcharta besprechen
 Veränderungsvorschläge erarbeiten
 Rollenspiel
 Videoclip
 Werbespot
 Formale Debatte
 Podiumsdiskussion

23.1.08

Gertrud Schubert