Vischer's Symphony no. 110

VISCHER’S SYMPHONY NO. 110 am Mittwoch, 29. März 2017


E I N E   R E I S E 

I N    D I E   P A R T N E R S T Ä D T E

GUTE REISE – auf in die Partnerstädte Nürnbergs!

So viele Gäste machten sich am 29. März 2017 auf die lange, beeindruckende musikalische Reise nach Amerika, Asien und Europa zu Nürnbergs Partnerstädten. Schade, dass die Schulleiterin, Frau Bergmann, aus Krankheitsgründen die Reise nicht antreten konnte. So begrüßte Herr Chlechowitz die „Passagiere“.

Die ausverkaufte Meistersingerhalle bebte förmlich schon beim Start mit Aaron Coplands „Rodeo“, von dem alle Zuhörer gleich in den Südosten der USA nach Atlanta katapultiert wurden. Ein furioser Auftakt der Nürnberger Symphoniker unter der Leitung von Vladimir Yaskorski!
In Dr. Markus Wollin hatten wir alle, einen kompetenten, charmanten und humorvollen „Piloten“! Er flog uns zurück ins europäische Venedig - seit 60 Jahren Partnerstadt Nürnbergs. Wir durften eines der wenigen Violoncellokonzerte Vivaldis hören, das vom jungen Solisten Jiapeng Nie aus Shenzhen meisterhaft gespielt wurde. Im Interview mit ihm erfuhren wir von der 20-Millionen-Partnerstadt in China, die es erst seit 36 Jahren gibt. Jiapeng liebt Nürnberg und natürlich seine Geschichte und Kultur, die es bei ihm in seiner Heimatstadt noch nicht geben kann. Mit einer wundervollen Zugabe, dem Motiv des Schwans aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns, bedankte er sich beim Publikum.
Vor den herrlichen Liedern in drei Sprachen, die von Schülerinnen und Schüler der PVS („Vischer’s Young Voices“ und Vokalensemble) zusammen mit dem Chor „Con Amore“ der Partnerschule aus Krakau gesungen wurden (zusammen 120 Sänger), berichteten die beiden Krakauer Lehrkräfte Pawel Szafarski und Klaudia Wrzecionek mit den Musiklehrerinnen Nicole Ebert und Michaela Schliederer von den formenreichen Vorbereitungen. Per Mail waren die Noten vorher versandt worden. Die Schüler der jeweiligen Chöre haben sie zunächst in Krakau und Nürnberg einstudiert. Dann folgten gemeinsame Proben vor Ort in Nürnberg, um den Konzertbeitrag vorzubereiten: Eine echte „Brücke“ zur polnischen Partnerstadt ist dadurch entstanden. Die enge Beziehung ermöglichten die Gasteltern. Großer Dank gilt allen, die die polnischen Chorschüler bei sich für diesen besonderen Aufenthalt aufnahmen!
Sehr berührend sangen die polnischen und deutschen Kinder Bruno Coulais‘ „Caresse sur l’océan“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ (Les choristes), mit kräftigen Stimmen erklangen dann ein polnisches und drei deutsche Volkslieder: „Lipka“ (Frühling), „Wohlauf in Gottes schöne Welt“, „Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß“ und „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus.“
Zur hinreißenden symphonischen Dichtung „Die Moldau“ hatten Schüler/-innen der Klassen 6e,f,g zusammen mit Steffi Haußer, Laura Tröster und Benedikt Anzeneder ein Kunstprojekt aus arrangierten Plastiktüten als Wellen über Treppen, Geländer und Böden entwickelt – bis nach Prag. Dazu fotografierten die Schüler Unmengen von Einzelbildern, die Smetanas Musik auf einer Leinwand bis zu abschließenden Fotos von den Partnerstädten begleiteten. Zwei Jungen trauten sich für eine dialogisierte, witzige Vorstellung ihres Projekts auf die Bühne – und das gekonnt! Sie wurden beim späteren Interview mit dem Intendanten der Meistersingerhalle, Lucius A. Hemmer, zweimal dafür gelobt, so begeistert war er von ihnen.
Nach der Pause zeigte der vielseitige Moderator Dr. Markus Wollin auch sein hervorragendes Talent als Bigband-Leader. Es ging musikalisch nach San Carlos. Wir hörten das Glück der Verrückten „La suerte de los tontos“ von Johnny Richards. Danach „wiegten“ sich die Zuhörer mit der Solosängerin (Irem Öztürk, Klasse 10k) im Mambo „Sway“ und im Samba “It had better be tonight“ mit. Die Bigband spielte ausgezeichnet unter ihrem Dirigenten Dr. Markus Wollin, der vollen Körpereinsatz zeigte: So sieht Begeisterung aus!
Das Vokalensemble der Oberstufe sang ein klanglich überwältigendes Medley aus dem Musical „Porgy and Bess“ von George Gershwin. Damit landeten wir wieder in den USA, in Charleston.
Der Franzose Emmanuel Chabrier war einst von Spanien so begeistert, dass er „España“ komponierte, was von den Nürnberger Symphonikern und Vladimir Yaskorki sehr gut interpretiert wurde. Dieses Stück stand für die Partnerstädte Nizza und Cordoba.
Daraufhin flogen alle wieder über den großen Teich und hörten die Filmmusik zu „Forrest Gump“ von Alan Silvestri.
Aber dann fehlte noch die griechische Partnerstadt Kavala: Alle in der Meistersingerhalle, ob auf oder vor der Bühne, stimmten mit Hilfe der Textblätter ein in das Lied „Griechischer Wein“. Es erzählt vom Dasein in einem unbekannten Land, von Heimatverbundenheit in der Fremde - genau die Situation, in der sich so viele in Deutschland befinden.
Danke sehr an alle sichtbaren und unsichtbaren Beteiligten! Wir durften einen unvergesslichen Abend erleben und freuen uns schon auf „Schlag auf Schlag“ am 18. April 2018.
Ursula Hertel Schönberg