Weihnachtsspiel 2015

Theater-AG Unterstufe

 

Das Weihnachtsspiel der Unterstufe handelte tatsächlich von Weihnachten. An manchen Schulen gibt es ja aus interkulturellen Gründen stattdessen Theaterabende z.B. zur richtigen Ernährung, denn Weihnachtsfeiern sind out, weil zu abendländisch-christlich. Aber mittlerweile wird dieses Fest sogar in Japan begangen und streng genommen wäre Nikolaus, lebte er heute, ein Türke. Die dortige Tourismusbranche macht mit ihm jedenfalls Werbung. Wie vieles andere globalisiert sich das weihnachtliche Fest. Vielleicht die Hälfte der Kinder in der Theater-AG der Unterstufe hat einen Migrationshintergrund und auch für sie ist der 24. Dezember ein wichtiger Tag, weil man den Leuten, die einem nahe stehen, Geschenke macht und welche von ihnen erhält.

 

Und genau darum ging es in dem Stück. Ein kleiner, liebenswerter und furioser Teufel, der aus der Schule ausgebüxt ist, bringt im Himmel alles durcheinander, weil er es nicht richtig findet, dass die Plätzchen nicht mehr zuhause mit der Hand, sondern fabrikmäßig hergestellt werden, weil Bestellwünsche via Internet vorgetragen werden - ja, auch der Himmel ist vernetzt - , weil nur noch Markenartikel gewünscht werden, weil es zuviel Hektik, Shoppen und Kommerz gibt. Er vertauscht zusammen mit einer süßen Hexe die Namen auf den Wunschlisten und so bringt der Weihnachtsmann die Geschenke zu den falschen Personen. Zuerst ist die Enttäuschung riesengroß, aber dann reden die Leute miteinander und es kommt zu einem Geben und Nehmen der passenden Geschenke wie Heizdecke gegen Schlittschuhe. Ein fast verloren gegangener Sinn des Weihnachtsfestes stellt sich wieder ein, etwas herzuschenken, was man hat, und selber beschenkt zu werden ohne finanziellen Hintergedanken. Man mag die Geschichte naiv finden, aber nett ist sie trotzdem.

 

Die jungen Darstellerinnen und Darsteller trugen ihr Stück enthusiastisch mit viel Empathie vor und fesselten ihr Publikum, das sie immer wieder mit einbezogen. Gesangseinlagen an den richtigen Stellen lockerten die Vorführung auf. Ein Engel zeigte dabei ein Talent, das ihn für “Deutschland sucht den Superstar” prädestiniert. Überhaupt erwiesen sich die Schauspielerinnen und Schauspieler an diesem Abend als Minibohemiens, als unbekümmerte und unkonventionelle Künstlernaturen, die weniger von auswendig Gelerntem als viel mehr von Improvisation hielten. Aber es hat ja phantastisch geklappt! (Bei Schulaufgaben geht das aber selten gut!)

 

Obwohl es überhaupt keine Reklame gab, erschienen cirka 150 Zuschauer, die die Darstellerinnen und Darsteller am Ende der Vorstellung mit rhythmischem Klatschen und Zugabe-Rufen belohnten.

 

So war es ein gelungener Theaterabend, der einen in fröhlicher Art und Weise auf ein besinnliches Weihnachtsfest einstimmte und das galt nicht nur für die Kinder im Publikum.

Udo Bittermann

Weihnachtsspiel 2014

Die geheimnisvolle App - ein Theaterabend der Schulspielgruppe der Unterstufe

Es gibt Menschen wie mich, die weniger mit der modernen Technik vertraut sind, und für die ist eine „geheimnisvolle App“  ein Pleonasmus, also so etwas wie ein „weißer Schimmel“. In dem Theaterstück wird nicht erklärt, was eine App ist, denn wen interessiert schon, was eine Anwendungssoftware im Bereich mobiler Betriebssysteme genau ist. Man muss ja auch nicht erklären, was ein Schimmel ist, wenn er nur weiß ist, und die App ist geheimnisvoll, sehr sogar, eigentlich fantastisch: Sie lässt den Anwender sich in fremde Länder versetzen.

Der „Held“ Tom ist von Eltern, Schwester und Schule nur genervt. Der Vater meckert über den „Saustall“ in seinem Zimmer, die Mutter drängt ihm Essen auf, das er nicht mag, die Schwester entpuppt sich als kleine fiese Erpresserin. Und in Mathe gab´s mal wieder eine fünf.

Was bleibt da Tom anderes übrig als sich zurück zu ziehen? Er spielt mit seinem Handy und entdeckt eine App, die er nicht kennt. Als er sie ausprobiert, findet er sich mit einem Mal in einem anderen Land wieder.
Auf diese Weise bereist er einige Länder und lernt Vieles, was für ihn neu und nicht nur angenehm ist, so dass er sich letzlich mit der für ihn so nervigen Situation zu Hause aussöhnen kann.

Bei den Eskimos friert er nur und das häufige Fischessen behagt ihm gar nicht. In Kolumbien trifft er auf Kinder, deren gefährlicher Schulweg über reißende Flüsse mit Hängeseilen bewältigt wird und die darüber klagen, dass dabei schon liebe Bekannte tödlich verunglückt sind. Trotzdem wollen sie weiter unbedingt in die Schule gehen. In Frankreich befreundet er sich mit ein paar Mädchen, die in abgeschirmten Luxus leben, eingesperrt in einem goldenen Käfig. Armut und Drogen begegnen unserem, mittlerweile vertrauten Helden Tom in Mexiko, Schuldrill und hartes Arbeiten von Kindern seines Alters in China. Sein schlimmstes Reiseerlebnis hat Tom in Afrika, denn dort trifft er auf ein sterbendes Kind, das an Ebola erkrankt ist. In Japan wiederum stößt er auf höfliche und nette Kinder, die mit ihm freundschaftlich umgehen und seine App kennen, denn sie haben sie selber. (Das erklärt vielleicht, warum man an allen touristischen Orten der Welt so viele Japaner mit ihren Handys sieht.) Und einmal macht die App einen Fehler: Sie versetzt Tom nicht nur in ein entferntes Land, sondern auch in eine entfernte Zeit, nämlich nach Ägypten unter der Regentschaft Kleopatras. Die Königin, die gerade mit ihren Dienerinnen einen orientalischen Tanz hinlegt – wunderbar anzuschauen! - , erweist sich als herrische Person, für die nur das wichtig ist, was sie gerade will.

Tom ist nun einen Monat unterwegs und Weihnachten steht vor der Tür. Er „beamt“ sich nach Hause, wo ihn seine Familie vermisst und sehr traurig ist. Umso größer ist die Freude des Wiedersehens. Der Vater hat Toms Zimmer aufgeräumt, die Mutter kocht was Gutes und die Schwester rückt die erpressten CDs mit Musikanlage und Kaugummis heraus.

Das ganze Theaterstück wurde von den Schauspielern selber geschrieben. Es mag nicht immer ganz genau politisch korrekt sein, aber das wäre ja auch fürchterlich öde und letzlich geben ein Zeitung lesender Vater und eine kochende Mutter die Lebenswirklichkeit der Kinder wieder. Die Texte wurden nicht zensiert, die einzige Auflage war, dass sie nicht langweilig sein sollten – und das waren sie nicht. Auch die bereisten Länder z.B. suchten sich die Kinder selbst aus, alle Erlebnisse entsprangen ihrer Phantasie. Man könnte als Erwachsener fast neidisch werden, wie viele Ideen, wie viel Unbekümmertheit und eben wie viel Phantasie Kinder haben. Ich muss zugeben, dass ich vielleicht doch ein wenig neidisch bin, obwohl das keine schöne Eigenschaft ist.

An dem Schulspiel der Unterstufe waren 25 Schauspieler beteiligt, viele Schauspielhäuser haben weniger Darsteller. Es ist ein Abenteuer für die Regisseurin, mit so vielen quirligen, stark extrovertierten kleinen Schauspielern zu arbeiten und sie soweit zur Disziplin zu bringen, dass eine Aufführung möglich wird. Und das in einer Zeit von nicht einmal zwei Monaten. So ein Abenteuer kann leicht schief gehen – in der Vergangenheit ist sowas ja schon passiert - , aber diesmal hat es mehr als hervorragend geklappt!

Zu Zeiten Shakespeares wurden alle Rollen von Männern gespielt, auch die weiblichen. Heute ist das ein bisschen anders. Von den 25 Schauspielern sind 24 weiblich, ein einziger ist männlich, und Tom heißt in Wirklichkeit Hannah. Ich verrate das an dieser Stelle nur, um den Jungen einen Tipp zu geben, wo sie hübsche, interessante Mädchen kennen lernen können. Sie müssten sich nur trauen Schauspieler zu werden.

Da gehört ein bisschen Mut dazu. Die Aula war rappelvoll, ein paar Kinder saßen auf den Stufen der Seitengänge. Der Applaus – es gab sogar ein paarmal Szenenapplaus – und die Bewunderung des Publikums sind aber eine tolle Belohnung, die weit in den Schulalltag hinein wirkt.
Dieser Theaterabend war für mich wenigstens so gelungen wie einer am Staatstheater, von wo ich schon oft frustriert nach Hause gegangen bin, diesmal aber irgendwie fröhlich.

Udo Bittermann


An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Eltern herzlich bedanken, die uns bei Requisiten und Kostümen so toll unterstützt haben, und bei meinen fantastischen Schauspielern: Zaineb, Melanie, Neele, Safira, Milena, Carola, Zola, Gisèle, Angelina, Renate, Tamara, Madlen, Josephine, Leonie, Julia, Anna, nochmal Julia, Esther, Noah, Catherine, Lysan, Daphne, Celina, Dima, Hannah. Ihr habt das klasse gemacht und es macht riesigen Spaß mit euch!  Über die schönen Blumen habe ich mich sehr gefreut! Vielen Dank!

Natalie Löhnert

Weihnachtsspiel 2012

Am 18.12.2012 bezauberte uns die Schulspielgruppe von Frau Löhnert mit ihrem Weihnachtsspiel.

 

Weihnachtsspiel 2010

Kurz vor Weihnachten 2010 bezauberten uns die Theatergruppen von Frau Löhnert und Frau Serter mit ihren Stücken.