Peter-Vischer–Schule - Gimnazjum nr 39 im. Józefa Dietla ( Kraków)

Vom 16.10.14 – 23.10.14 fand wieder der Austausch mit dem Gimnazjum 39 in unserer polnischen Partnerstadt Krakau statt. Nach nur 12 Stunden Fahrt Bus und Zug über Prag – Olmouc – Katowice kamen wir gegen 21:00 Uhr am Hauptbahnhof von Krakau an.

Dort wurden wir von unseren Austauschpartnern abgeholt und fuhren zu ihnen nach Hause. Nachdem wir die Familien kennengelernt hatten, fielen wir mehr oder weniger erschöpft in die Betten, um am nächsten Morgen schon in die Schule zu gehen.

Dort wurden wir von der Schulleiterin begrüßt und bekamen von 2 Schülern aus der obersten Klasse eine Schulführung auf Deutsch. Danach ging’s lustig weiter mit Kennenlernspielen und gemeinsamem Mittagessen in der Mensa. Unsere Lehrer durften währenddessen einer polnischen Klasse Deutschunterricht geben. Am Nachmittag fuhren wir zusammen ins Stadtzentrum zum Barbakan, einer renaissancezeitlichen Befestigungsanlage vor dem Florianstor. Bevor die Stadtführung losging, gingen die meisten erstmal zu einem Kontor, um das deutsche Geld in Słoty umzutauschen (1€ entspricht 4 Słoty).

Bei der Stadtführung besuchten wir den Marktplatz von Krakau, wo die Tuchhalle (das älteste „Einkaufszentrum“ Krakaus) und die Marienkirche stehen. Die Geschichte der Kirche ist sehr interessant: Seit dem 14. Jahrhundert läutet ein Feuerwehrmann zu jeder vollen Stunde die Stundenglocke von Hand und spielt das Krakauer Trompetensignal „Hejnał“ in alle vier Himmelsrichtungen. Es bricht mitten im Spiel ab und soll damit an den Mongolenangriff 1241 erinnern, bei dem der damalige Trompeter während des Blasens des Alarmsignals von einem Tartarenpfeil getötet worden ist – so die Legende. Nachdem wir am Marktplatz waren, folgten wir dem Königsweg bis hin zum Wawelhügel, wo das Krakauer Königsschloss nebst Kathedrale stehen. Diese Kathedrale ist die Bischofskirche des Erzbistums Krakau.

Danach hatten wir frei und konnten mit unseren Gastgebern durch Krakau streifen. Am Samstagvormittag trafen wir uns alle wieder und haben gemeinsam Nowa Huta besichtigt, das völlig anders ist als das alte Krakau. Es wurde in den 50er-Jahren als Siedlung für die Arbeiter der dortigen Industriebetriebe erbaut. Auch wenn es heute nicht mehr so wirkt: Damals waren die Wohnungen in dem Viertel begehrt, da sie Badezimmer und Toiletten hatten und auch mit Schulen, Arztpraxen usw. gut versorgt waren. Die Wohnungen in der Krakauer Altstadt waren zu der Zeit noch ziemlich heruntergekommen und die Leute waren froh, wenn sie eine moderne Wohnung bekamen.

Den Sonntag durften wir frei gestalten und mit unseren Gastfamilien verbringen. Am nächsten Tag ging unsere Stadtführung weiter: Wir besichtigten Kazimierz, das ehemalige jüdische Viertel von Krakau. Auf dieser Führung besuchten wir auch Schindlers Fabrik, die wir schon in dem Film „Schindlers Liste“ gesehen hatten und die jetzt ein Museum ist.  Danach gab’s endlich was für unsere Shopaholics, nämlich einen Ausflug in eine der zahlreichen „Galerias“, die riesigen Einkaufszentren Krakaus.

Der nächste Tag war zuerst nicht so schön. Wir fuhren nach Auschwitz-Birkenau und besichtigten das Konzentrationslager, wo wir schon auf der Busfahrt von den Lehrern kurz über die Geschichte aufgeklärt wurden, doch so richtig schlimm wurde es erst vor Ort. Man konnte die Koffer der Häftlinge sehen, verschiedene Haarbürsten, Schuhe in allen Größen, sogar Babykleidung. Außerdem erfuhren wir, wie die Leute dort und auch deren Verwandte getäuscht wurden. Bevor wir nach Birkenau, das Außenlager fuhren, gingen wir noch zur „Todeswand“, an der verurteilte Häflinge hingerichtet worden waren, wo wir Blumen niederlegten.

Der Rest des Tages wurde aber wieder lustiger, wir fuhren von Auschwitz weiter Richtung Tatra, genauer gesagt nach Poronin. Nach dem Abendessen machten wir Sprachspiele und danach gab es ein Lagerfeuer mit Würstchen, Kartoffeln und Brot. Der Ausflug mit Wanderung am Mittwochmorgen musste wegen des schlechten Wetters leider ausfallen, „leider“ für die Lehrer, und wir konnten gleich in die Tatra-Thermen fahren, wo es bei 36°C Wassertemperatur auch draußen sehr angenehm war. Zu Mittag aßen wir nochmal in der Pension und dann ging es zurück nach Krakau ins Gimnazjum 39, wo wir verabschiedet wurden.

Am letzten Morgen trafen wir uns um 7 Uhr am Bahnhof, 13 ½ Stunden Fahrt vor uns. Wir finden, dass dieser Austausch eine gute Möglichkeit ist, Krakau und Polen ein bisschen kennenzulernen und auch viel Spaß zu haben. Mit unseren Austauschpartnern haben wir uns auch gut verstanden und freuen uns auf ihren Gegenbesuch Ende April.

Die Teilnehmer/innen am Austausch


Noch ein paar Worte von Frau Kapfhammer: Zunächst ein großes Lob den Schülern, die sich mustergültig verhalten haben und Land und Leuten offen und interessiert begegnet sind. Mit euch verreisen wir jederzeit gern wieder!

Des Weiteren möchte ich mich speziell bei Udo Hentschel bedanken, ohne dessen praktische und moralische Unterstützung der Austausch nicht so wunderbar laufen würde, und bei Walter Schweigert, der uns beim Gegenbesuch der Krakauer in Nürnberg immer tatkräftig unterstützt.

Vielen Dank euch beiden!
Karoline Kapfhammer