Krakau-Austausch 2013

Dieses Jahr nahmen zwölf Schüler/innen am Austausch teil, davon zehn Jungen und zwei Mädchen, auf der polnischen Seite elf Mädchen und zwei Jungs. Auf der Hinfahrt probierten wir eine neue Reiseroute über Prag und Katowice nach Krakau aus, die sich als sehr bequem herausstellte, da wir nur zwölf Stunden unterwegs waren, die Rückfahrt dagegen führte über Warschau und Berlin und dauerte fünfzehn Stunden.

Die erste Begegnung der Schüler bei der Ankunft in Krakau ist immer wieder ein spannender Moment. Obwohl die Schüler über Facebook schon Wochen oder gar Monate vorher kom-munizieren und somit die früher oft übliche große Scheu sich gar nicht einstellt, ist es doch etwas völlig anderes, dem Austauschpartner „in echt“ zu begegnen und sich dann in einer völlig fremden Umgebung mit ihm oder ihr zurechtfinden zu müssen. Doch wie immer wur-den die Gäste so freundlich und herzlich aufgenommen, dass jedwede Befangenheit schnell vergessen war.

In weiser Voraussicht hatten unsere Kolleginnen in Krakau ein Programm zusammengestellt, das der frühen Jahreszeit und dem damit verknüpften Risiko von schlechtem Wetter gerecht wurde. So fand in Krakau nur eine Stadtführung statt, der Rest des Programms spielte sich nicht im Freien ab. Wir besichtigten das Schindlermuseum („Schindlers Liste“) und das Un-tergrundmuseum unter dem Hauptmarkt in Krakau, das die Stadtgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit zum Thema hat. Beide Museen sind sehr anschaulich gestaltet und hervorragend durch moderne Medien unterstützt. Leider ist es bei beiden Museen so, dass Schulklassen nur mit einer Führung zugelassen sind, die Schüler dürfen nicht eigenständig auf Entdeckungsreise gehen. Anders ging es beim Besuch des Salzbergwerks in Wieliczka zu, wo uns eine sachkundige Führerin knapp drei Stunden durch das Labyrinth vieler Gänge lotste bis zu einer unterirdischen Kirche – mitten im Salz (von dem einige von uns auch selbst etwas „abgebaut“ haben). Auch ein Besuch in Auschwitz stand wieder auf dem Programm, dieses Mal bei bitterer Kälte und eisigem Wind, was den Gang durch das Vernichtungslager noch bedrückender machte.

Neben diesen etwas ernsteren Punkten gab es aber auch viel Spaß und Abwechslung. Beim Besuch in der Schule nahmen die Schüler/innen an Sprach- und Kennenlernspielen teil, au-ßerdem hatten sie genügend Freizeit, um mit den anderen gemeinsam etwas zu unterneh-men. Der Höhepunkt aber war wie immer unsere zweitägige Fahrt ins Gebirge. Dieses Jahr waren wir in den Beskiden und übernachteten in einem Hotel in Kosiec, mitten in den Bergen. Dort gab es sogar einen kleinen Swimming Pool, den die Schüler am Abend ausgiebig nutzten. Die geplante Besichtigung eines Miniaturenparks am zweiten Tag des Ausflugs musste leider ausfallen, nicht wegen des Schnees, der die ganze Nacht gefallen war, sondern weil unser Bus plötzlich streikte – zu unserem Glück noch auf dem Hotelparkplatz, sodass wir alle im Warmen warten konnten. Da unser Bus aber ein Modell war, bei dem man zum Reparieren keinen Computer anschließen muss, und unser Busfahrer jemand, der sich mit solchen Modellen noch auskennt, dauerte es nicht lange, bis er wieder funktionierte und wir konnten ohne weitere Unterbrechung nach Krakau zurückkehren.

Den Gegenbesuch unserer Krakauer Gäste erwarten wir für den 11. – 17. Juni (zweite Wo-che nach den Pfingstferien). Neben einer Altstadtführung steht ein Besuch im Tiergarten auf dem Programm. Außerdem machen wir einen Ausflug nach München und besichtigen neben der Altstadt und dem Englischen Garten auch den Olympiapark. Im Rundfunkmuseum Fürth wollen wir gemeinsam ein Hörspiel aufnehmen und natürlich kommen unsere Gäste auch an die Schule und z. T. auch in den Unterricht. Wie inzwischen schon Tradition werden wir den Austausch mit einem gemeinsamen Brunch aller Teilnehmer und Gastfamilien im Schulgar-ten abschließen.

Kein solcher Austausch kann alleine gestemmt werden und daher möchte ich mich bei mei-nem Kollegen Udo Hentschel bedanken, der mich bei der Durchführung tatkräftig und mit viel Humor unterstützt hat. Außerdem sei Walter Schweigert gedankt, der beim Gegenbesuch der Krakauer immer einige Programmpunkte mitgestaltet. Ebenso möchte ich meine polnischen Kolleginnen erwähnen, zum einen Dorota Sakowicz, die mit großer Energie und noch größerer Herzenswärme jedes Jahr zum Gelingen unseres Austauschs beiträgt, zum anderen Magda Kubicka, die Frau Sakowicz tatkräftig und mit viel Humor unterstützt. Last but not least sei auch Edi Jung genannt, der wieder eine der begleitenden Lehrerinnen beherbergt.

Es ist uns allen außerdem ein Anliegen zu erwähnen, dass wir ohne die Zuschüsse des Deutsch-Polnischen Jugendwerks, hier vertreten durch den Bayerischen Jugendring, den Austausch nicht in diesem Umfang durchführen könnten. Daher auch an diese Adresse ein herzliches Dankeschön!


Karoline Kapfhammer