Bericht über den Krakau-Austausch 2016

Peter - Vischer – Schule ( Nürnberg)  -  Gimnazjum nr 39 im. Józefa Dietla ( Kraków)

Vom 19.02.16 bis 26.02.16 fand wieder der Austausch mit dem Gimnazjum 39 in unserer polnischen Partnerstadt Krakau statt.

Hier ein Erlebnisbericht:

In Krakau angekommen, wurden wir von unseren Austauschpartnern abgeholt und fuhren zu ihnen nach Hause. Nachdem wir die Familien kennengelernt und noch was gegessen hatten, fielen wir mehr oder weniger erschöpft in die Betten.

Am nächsten Morgen, Samstag, hatten wir schon ein ausgiebiges Programm. Gleich nach dem Frühstück fuhren wir zusammen ins Stadtzentrum zum Barbakan, einer renaissancezeitlichen Befestigungsanlage vor dem Florianstor, um eine Stadtführung zu machen. Dabei besuchten wir den Marktplatz von Krakau, wo die Tuchhalle (das älteste „Einkaufszentrum“ Krakaus) und die Marienkirche stehen.

Die Geschichte der Kirche ist sehr interessant: Seit dem 14. Jahrhundert läutet ein Feuerwehrmann zu jeder vollen Stunde die Stundenglocke von Hand und spielt das Krakauer Trompetensignal „Hejnał“ in alle vier Himmels-richtungen. Es bricht mitten im Spiel ab und soll damit an den Mongolenangriff 1241 erinnern, bei dem der damalige Trompeter während des Blasens des Alarmsignals von einem Tartarenpfeil getötet worden ist – so die Legende.

Nachdem wir am Marktplatz waren, folgten wir dem Königsweg bis hin zum Wawelhügel, wo das Krakauer Königsschloss nebst Kathedrale stehen. Diese Kathedrale ist die Bischofskirche des Erzbistums Krakau.

Danach ging es zurück zur Schule, wo die Eltern schon mit einem tollen Brunch auf uns warteten, nach dem Essen mussten wir nicht mal aufräumen, sondern durften lustige Kennenlernspiele machen, während die Eltern das ganze Geschirr per Hand spülten.

Den Rest des Samstags und den Sonntag durften wir frei gestalten und mit unseren Gastfamilien verbringen. Am Montag ging unsere Stadtführung weiter: Wir besichtigten die Fabrik von Oskar Schindler in Kazimierz, die aus dem Film „Schindlers Liste“. Sie ist jetzt ein Museum über die Zeit der Nazibesatzung in Krakau und was diese für die Menschen bedeutet hat.

Den Rest des Tages hatten wir frei, somit konnten endlich unsere Shopaholics einen Ausflug in eine der zahlreichen „Galerias“, die riesigen Einkaufszentren Krakaus, machen.

Am Dienstagvormittag ging es schon wieder ins Stadtzentrum zu einer Stadtrallye, was sehr viel Spaß gemacht hat, leider hat aber das Wetter nicht mitgespielt, sodass es eher ein „feucht-fröhlicher“ Spaß wurde.

Mittwoch früh wurden wir von der Schulleiterin offiziell verabschiedet, wir bekamen auch alle kleine Abschiedsgeschenke.

Gegen 11 Uhr fuhren wir nach Auschwitz-Birkenau und besichtigten das Konzentrationslager, was uns ziemlich bedrückte. Man konnte die Koffer der Häftlinge sehen, verschiedene Haarbürsten, Schuhe in allen Größen, sogar Babykleidung. Außerdem erfuhren wir, wie die Leute dort und auch deren Verwandte getäuscht wurden. Bevor wir nach Birkenau, das Außenlager, fuhren, gingen wir noch zur „Todeswand“, an der verurteilte Häflinge hingerichtet worden waren, wo wir Blumen niederlegten.

Von Auschwitz fuhren wir weiter Richtung Schlesien, genauer gesagt nach Kocierz, einem Wellnesshotel hoch auf einem Berg. Dort war alles verschneit! Nach dem Abendessen machten wir Sprachspiele und danach durften wir alle ins Schwimm-bad gehen.

Der Ausflug am Donnerstagmorgen musste wegen des schlechten Wetters leider ausfallen, so ging es gleich zurück nach Krakau, wo wir den letzten Nachmittag und Abend mit unseren Gastfamilien verbrachten.

Am letzten Morgen trafen wir uns um halb sieben am Bahnhof, dreizehn Stunden Fahrt vor uns.

Wir finden, dass dieser Austausch eine gute Möglichkeit ist, Krakau und Polen ein bisschen kennenzulernen und auch viel Spaß zu haben. Mit unseren Austauschpartnern haben wir uns auch gut verstanden und freuen uns auf ihren Gegenbesuch Anfang Mai.

Die teilnehmenden Schüler/innen


Noch ein paar Worte von mir: Zunächst ein großes Lob den Schülern, die sich mustergültig verhalten haben und Land und Leuten offen und interessiert begegnet sind. Mit euch verreisen wir jederzeit gern wieder! Des Weiteren möchte ich mich speziell bei Udo Hentschel bedanken, ohne dessen praktische und moralische Unterstützung der Austausch nicht so wunderbar laufen würde, und bei Walter Schweigert, der uns beim Gegenbesuch der Krakauer in Nürnberg immer tatkräftig unterstützt.

Vielen Dank euch beiden!

Karoline Kapfhammer