Die PVS spendet für Flüchtlingskinder an der Birkenwald-Grundschule

Als wir beide neu an die PVS kamen, waren wir erstaunt, wie viele Menschen die Schule besuchen.

Damals kamen wir frisch aus der Grundschule, auf der nur etwa 200 bis 300 Schüler waren. Oft war man beeindruckt von den größeren Schülern, manchmal war aber auch etwas wie Bewunderung da.

Jedoch ist dieser Wechsel von Eindrücken kein Vergleich zu dem, wie es ist, aus einem Land zu flüchten und dann auf eine neue Schule zu gehen, niemanden dort zu kennen, die Landessprache nicht zu sprechen.

Ja, wir reden hier von Flüchtlingen und einer Grundschule, die ihnen helfen will, vor allem Deutsch zu lernen. In sogenannten „Übergangsklassen“ können etwa 20 Kinder pro Raum überhaupt erstmal Deutsch lernen und versäumtes oder noch gar nicht gelerntes Schulwissen nachholen.

Als die Unterstufen–SMV zusammen mit Frau Langlotz und Herrn Anzeneder die Nürnberger Birkenwald-Grundschule besuchte, gut beladen mit Spielzeugspenden und Schulmaterial, durften sie viele nette Grundschüler kennenlernen, die zum Teil erst seit wenigen Tagen oder Wochen in ihren Klassen sind. Sie kommen vor allem aus Syrien und dem Irak, aber auch aus der Ukraine, Bosnien oder Albanien.

Darunter war auch Yousuf, ein Junge aus Syrien, der sich trotz seiner Kriegsverletzung sehr über unseren Besuch freute.

Unter den zahlreichen Spenden der PVS suchte er sich einen Spielzeugbagger aus, mit dem sofort gespielt werden musste.

Bei dem zweiten Besuch der Brirkenwald GS, am 15.12.2015, diesmal von der Klasse 6c der PVS in Begleitung von Frau Langlotz und Frau Schlicht, durften wir Sechstklässler in Gruppen aufgeteilt drei vierte Klassen besuchen.

Dabei wurde entweder vorgelesen, gespielt oder einfach nur miteinander geredet, wenn die Kinder schon gut Deutsch sprechen konnten, obwohl die Lehrerin manchmal helfen musste.

Wir fanden alle die Besuche an der Birkenwald GS schön und planen eine weiter Aktion für die Birkenwald Schüler, denn sie freuten sich nicht nur sichtlich über unsere Spenden, sondern genossen auch die Aufmerksamkeit und das Interesse, was wir an ihnen hatten. An dieser Stelle nochmal ein herzliches „Dankeschön“ an alle fleißigen Spender der PVS!

Von Rosalie und Franziska

Forumstheater zu "Schule ohne Rassismus"

ein theaterpädagogisches Angebot des Bildungslotsen. e.V.
für die 6. Jahrgangsstufe

Dieses Projekt wurde von der SOR-Gruppe der SMV ins Leben gerufen.
Termin: Mittwoch, 19.12.12
Teilnehmer/innen: Jahrgangsstufe 6 Gym/RS
Je zwei Klassen nehmen zusammen an der Veranstaltung teil.
Ort: Gymnastikhalle

Dieses theaterpädagogische Workshop-Konzept des Bildungslotsen Nürnberg e.V. zu 'Schule ohne Rassismus' wurde 2011 für einen Projekttag am CEG-Gymnasium Erlangen erstellt.
Wir arbeiten nach den Methoden des Forumstheaters:
Anhand mehrerer authentischer Szenen setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit alltäglichen Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen in Schule, familiärem Umfeld und Peergroup auseinander.
Im Workshop diskutieren sie gemeinsam mit unserem Team die in den Szenen beobachteten Einstellungen und Verhaltensweisen, also Problematiken wie negative Stereotypen, diskriminierende Kommentare, Benachteiligung und Ausgrenzung.
Gemeinsam erproben wir Lösungsansätze im Verhalten der 'Mitspieler' – die Schüler sind dabei von Anfang an Teil des theatralischen Geschehens.
Im Mittelpunkt steht hier immer das eigene Erleben der Beteiligten – und die Reflektion eigener Erfahrungen.
Wo beginnt Rassismus und welche Arten der Diskriminierung erleben wir?
Welche Strategien gibt es, um sinnvoll darauf zu reagieren?
Der letzte Teil des Workshops arbeitet mit einer kurzen Simulation kultureller Differenz durch Sprache und testet in Kleingruppenarbeit, welche Prozesse bei der Begegnung zwischen Mehrheits- und Minderheitengruppen in Gang gesetzt werden, wie Ablehnung, Anpassung, wechselseitiger Austausch und gemeinsame Weiterentwicklung.
11.12.2012

Gertrud Schubert

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Aussteigergespräche im Rahmen der Themenwoche - unsere Aktion für 2012

„Als wir bei unserem Ausflug ins KZ-Dachau die Bilder der ausgehungerten Häftlinge sahen, strömte in uns eine tiefe und selige Freude.“, spricht ein kräftig gebauter Mann mit tief ins Gesicht gezogener Baseballkappe zur Klasse 9c. 

Sein Name ist Klaus* und er war ab seinem 15. Lebensjahr über Jahre fest in einer rechtsextremistischen Kameradschaft aktiv.  

Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei und er bereut seine damaligen Untaten. Nun möchte er Jugendliche davon abhalten seine Fehler zu wiederholen. 

Deshalb steht er jetzt in einem Klassenzimmer der Peter-Vischer-Schule und berichtet im Rahmen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ den leicht eingeschüchterten Schülern von seiner Vergangenheit, die für viele Leute noch Realität ist und wird. 

Nach der Schilderung seiner Geschichte in der "Kameradschaft", die mit ihren Methoden der Gehirnwäsche und Mitgliederüberwachung starken Sektencharakter aufweist, sind die Schüler an der Reihe. Klaus betont, dass sie wirklich alle Fragen stellen können, die sie möchten. So erfahren sie, dass die Führungsriege, in der auch Klaus verkehrte, exzellent durchorganisiert ist und auch vermögende Unternehmer sowie Träger von Doktortiteln unter den Kameraden zu finden sind. 

Dankenswerterweise besuchen die 9.Klässler am folgenden Tag eine professionelle Nachbereitung von DokuPäd, sodass auch Raum für Reflexionen, Diskussionen und Randthemen wie der Schulhof-CD gegeben wird. Dass eine CD mit ausländerfeindlichen Songs auf einem Ghettoblaster der Schule abgespielt wird, ist sicherlich ebenfalls ein Novum, das hoffentlich einmalig bleibt.

An dieser Stelle möchten wir, die SMV, uns bei allen bedanken, die eine unserer diesjährigen Aktionen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unterstützt haben, insbesondere bei Frau Prölß-Kammerer vom Kreisjugendring für die Finanzierung, Frau Borckmann von der regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus für die Absprache mit DokuPäd und dem Aussteiger, Frau Mittenhuber vom Menschenrechtsbüro für die Kontakte, den Mitarbeitern von DokuPäd für die kompetente Nachbesprechung sowie der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus.

*Name geändert

 

 

 

Bericht der SMV der PVS