"Inklusion" bedeutet Einbeziehung

An der Peter-Vischer-Schule werden derzeit über zwanzig Kinder und Jugendliche in enger Zusammenarbeit mit der Kinder-und Jugendpsychiatrie unterrichtet. Schulspychologie für Nürnberg und JaS sind ebenfalls eng eingebunden. Das Beratungsnetz der PVS funktioniert im Sinne der Inklusion sehr gut. 

Ein Kind wird auch in diesem Schuljahr als Versuch über ein "virtuelles Klassenzimmer" unterrichtet, da es nicht in die Schule kommen kann.

Andere Kinder haben einen Betreuer im Unterricht an ihrer Seite.

Die Idee der Inklusion besteht darin, dass kein Kind oder Schüler mehr als „andersartig“ angesehen werden soll. 
Alle Kinder sind förderbedürftig.

Verhaltensauffällige Kinder - "Die Not ist riesengroß" (Einige Pressestimmen zum Thema):

Psychisch auffällige Kinder stellen die schwierigste Herausforderung für ein gemeinsames Lernen mit anderen dar. Ihre Zahl wächst rapide.
Wenn er es gar nicht mehr aushielt, verließ David einfach den Klassenraum. Nur weg von den anderen Schülern. Nur weg vom Lehrer. Ohne zu fragen, ging er ins Treppenhaus und träumte sich in seine eigene Welt. Mal stellte er sich die Sternbilder vor, die er bei klarem Nachthimmel zu Dutzenden benennen konnte. Mal versank er im Universum seiner Pokémonkarten, 493 an der Zahl, die er sämtlich mit Namen und Eigenschaft kannte.
David* geriet oft an diesen Punkt. Etwa wenn er etwas wusste und der Lehrer ihn nicht gleich drannehmen wollte. Oder wenn es ihm in der Klasse zu laut wurde. Dann redete er erst dazwischen, dann begann er zu schreien. Am Ende flog auch mal die Federtasche durch den Raum. Fünf Füllhalter gingen in einem Jahr zu Bruch. Am Ende hieß es: David Klauber, 11 Jahre, partiell hochbegabt, bis auf Weiteres unbeschulbar.
Quelle: DIE WELT
Eines steht fest: Die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Behinderten wird die Förderschulen in Deutschland nachhaltig verändern. Lange Zeit waren die Sondereinrichtungen für Blinde und Taube, für lernschwache und sozialauffällige Schüler für die Politik kein Thema. Seitdem die UN-Konvention auch hierzulande gilt, hat sich das radikal gewandelt. Nun stehen alle Bundesländer unter großem Druck, die Integration behinderter Schüler voranzutreiben.
Im Bildungssystem laufen derzeit zwei Entwicklungen gegeneinander, die so gar nicht zueinanderpassen wollen. Da ist zum einen die Idee, alle Kinder gemeinsam zu unterrichten, gesunde wie kranke, behinderte wie nicht behinderte. So lauten die politischen Vorgaben.
Zum anderen wächst die Zahl jener Schüler, deren Verhalten einen gemeinsamen Unterricht extrem erschwert. »Wenn es nicht gelingt, die Schulen im Umgang mit diesen Schülern besser zu unterstützen, fahren wir die Idee der Inklusion an die Wand«, warnt Angela Ehlers, die in der Hamburger Schulbehörde zuständig ist für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Seit Frühjahr vergangenen Jahres hat in Deutschland jedes Kind einen Rechtsanspruch auf gemeinsames Lernen. Inklusion heißt das pädagogische Zauberwort. Noch werden in Deutschland mehr als 80 Prozent der Kinder mit einem Handicap in Sonder- oder Förderschulen unterrichtet. Der europäische Durchschnitt liegt bei 15 Prozent. Kein anderes Land verfügt über ein so ausgefeiltes System der isolierten Beschulung wie die Bundesrepublik. Doch eine »Abschiebepädagogik« soll es zukünftig nicht mehr geben. 
Dabei wird das Großprojekt Inklusion nicht an jenen Schülern scheitern, die einem beim Stichwort Behinderung zuerst einfallen. Blinde und Schwerhörige, Stumme oder Rollstuhlfahrer lassen sich – technische Hilfen vorausgesetzt – noch relativ einfach mit anderen Schülern unterrichten. Selbst geistig Behinderte, wie etwa junge Menschen mit Downsyndrom, fügen sich oftmals einfacher als bislang gedacht in einen normalen Klassenverband ein (ZEIT Nr. 12/09).